Datenschutz / Urheber- und Medienrecht /
Artikelnummer: 15052401
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METADATEN IN BILDERN KÖNNEN DATENSCHUTZ GEFÄHRDEN
Bilddateien können schutzwürdige Daten preisgeben, ohne dass dies den Redaktionen und Journalisten bewusst ist. Aktuell liegt dem Presserat ein Hilfegesuch einer Person vor, deren voller Name, wie mit der Redaktion abgesprochen, zwar nicht in einem Artikel vorkommt, die automatische Benennung des dazu gehörenden Fotos durch das Redaktionssystem diesen aber preisgibt. Der Name wird somit von Suchmaschinen indiziert. Über diesen Weg das ist Bild der Person zuzuordnen, welche die Redaktion durch die Anonymisierung ihres Namens im Text eigentlich zu schützen versucht hatte. Internetnutzer mit technischem Grundverständnis könnten den Namen der Person mit Hilfe der Bilddatei ebenfalls leicht in Erfahrung bringen, auch ohne eine Suchmaschine zu nutzen.
Ein ähnliches Problem können die Metadaten von Fotos darstellen. Bilddateien enthalten oft ausführliche Informationen über die verantwortlichen Fotografen, den Ort und Tag der Entstehung sowie ausführliche Bildbeschreibungen, die auch Namen der Abgebildeten enthalten können. Im Redaktionsalltag sind diese Daten zur internen Verwendung unerlässlich, um die immensen Datenmengen verwalten und alle Bilder richtig zuordnen zu können. Es kann jedoch vorkommen, dass in diesen Metadaten auch Angaben enthalten sind, die aus datenschutzrechtlichen und presseethischen Gründen nicht veröffentlicht werden dürfen. Zum Beispiel könnte dies bei Fotos aus Gerichten der Fall sein, auf denen Angeklagte abgebildet sind. Über diese darf in der Regel nicht identifizierend berichtet werden. Selbst dann, wenn die Redaktion dies in ihrem Text beachtet und das Gesicht des Abgebildeten im Bild unkenntlich gemacht wird, könnten die Metadaten noch den vollen Namen enthalten. In vielen Fällen werden solche sensiblen Angaben von Redaktionssystemen automatisch aus den Bilddateien gelöscht. Einige Stichproben haben jedoch ergeben, dass dies nicht immer der Fall ist. Der Presserat regt deshalb an, dass Journalistinnen, Journalisten und Redaktionen ein Bewusstsein für solche Quellen für mögliche Verstöße gegen Datenschutzrichtlinien und die Gefährdung des Schutzes der Persönlichkeit schaffen und überprüfen, wie sich solche Probleme vermeiden lassen.

Quelle: Deutscher Presserat von 01.03.2015
http://www.presserat.de Externer Link
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