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Artikelnummer: 15030107
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VORSICHT BEIM OUTSOURCING – ENTSORGUNG VON PATIENTENAKTEN AUßERHALB DES KRANKENHAUSES IST REGELMÄßIG UNZULÄSSIG!
Im Februar 2015 hat ein Passant hunderte Röntgenbilder aus einem bayerischen Krankenhaus auf der Straße gefunden. Diese enthielten sowohl die Namen als auch die Geburtsdaten der Patienten. Eine externe Firma sollte die Röntgenbilder im Auftrag des Krankenhauses vernichten. Der Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz hat unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls eine Prüfung eingeleitet.
Unabhängig vom Ausgang dieser Prüfung weist der Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz auf die Rechtslage hin: Das Bayerische Krankenhausgesetz sehe besonders strenge Regelungen vor, um das Patientengeheimnis zu schützen. Bei der Verarbeitung von Patientendaten dürfe sich ein Krankenhaus regelmäßig nicht anderer Stellen außerhalb des Krankenhauses bedienen. Das betreffe auch die Vernichtung bzw. Entsorgung von Patientendaten. Entsorgungsaufträge an Dritte seien damit im Regelfall tabu. Ein solches Outsourcing könne auch gegen die ärztliche Schweigepflicht verstoßen. Dieser Vorfall zeige die Brisanz des Einsatzes externer Dienstleister im Krankenhausbereich.

Quelle: Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht - PM vom 19.02.2015 von 19.02.2015
https://www.datenschutz-bayern.de/ Externer Link
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