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Artikelnummer: 15011808
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ZUM 1. JANUAR 2015 ÄNDERT FACEBOOK SEINE NUTZUNGSBEDINGUNGEN. DAS NETZWERK WILL UNSER ONLINE-VERHALTEN NOCH PRÄZISER VERMARKTEN.
Die Änderungen betreffen die Nutzungsbedingungen, die Datenrichtlinie und die sogenannte Cookie-Richtlinie. Sie erlauben unter anderem die Einführung neuer Funktionen, wie beispielsweise eine Ortungsfunktion, die es Facebook erlaubt, standortbasierte Empfehlungen und Hinweise zu geben. Künftig erschließt sich Facebook die Interessen seiner Nutzerinnen und Nutzer auch darüber, welche Apps diese auf ihren Smartphones oder Tablets installiert haben. Es soll auch erfasst werden, welche Internetseiten die Mitglieder außerhalb von Facebook besuchen. Darauf weist der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz hin.
Die Datenerfassungen erfolgen über das Werbenetzwerk "Atlas", das von Facebook betrieben wird.Technisch möglich ist das unter anderem über sogenannte Cookies. Diese kann ein Nutzer zwar ausstellen, er geht damit aber das Risiko ein, dass Internetseiten nicht so angezeigt werden oder funktionieren, wie sie eigentlich sollten. Soweit nicht die Einstellungsmöglichkeiten am Endgerät (Cookieverwaltung) entsprechende Datenflüsse unterbinden, kann eine "Opt-Out-Möglichkeit" eingerichtet werden. Diese ist allerdings nur sehr umständlich zu aktivieren (über die European Interactive Digital Advertising Alliance). Außerdem läuft der Widerspruch leer (und müsste jeweils erneuert werden), wenn man die Cookies auf seinem Browser löscht. Diese AGB-Änderungen sind nach deutschem Recht unwirksam; die Verbraucherzentrale Bundesverband könnte dagegen gerichtlich vorgehen - wie ein Sprecher äußerte -, kann dies der Verband aber gegenwärtig aus Kapazitätsgründen nicht. Facebook wird also nicht daran gehindert, diese AGBs als wirksam zu betrachten und danach künftig auch zu verfahren. Darin liegt ein neuer Beleg, dass Facebook unter dem Etikett der Nutzerfreundlichkeit seine Möglichkeiten zur Ausforschung des Verhaltens seiner Mitglieder ständig ausweitet. Die Nutzerinnen und Nutzer sollten alle Möglichkeiten nutzen, die sie haben, um das Datenvolumen so gering wie möglich zu halten, das Facebook von ihnen und über sie speichert.

Quelle: Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz - PM vom 12.12.2014 von 12.12.2014
http://www.datenschutz.rlp.de/ Externer Link
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