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Artikelnummer: 14120717
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BETRUGSPRÄVENTIONSSYSTEM SCHUFA FRAUDPOOL
Die SCHUFA Holding AG (SCHUFA) bietet seit dem 01.07.2014 mit dem SCHUFA FraudPool ein neues Produkt zur Betrugsprävention an. In dieser neuen Datenbank werden Hinweise zu Auffälligkeiten bei Bankgeschäften gespeichert. In der Regel handelt es sich dabei um nachweislich gefälschte Unterlagen oder Ausweispapiere. Die Speicherung soll den betroffenen Kreditinstituten eine gegenseitige Kontaktaufnahme und das Treffen von Vorsichtsmaßnahmen ermöglichen. Als zuständige Aufsichtsbehörde hat der Hessische Datenschutzbeauftragte mit der SCHUFA zu diesem Produkt bereits seit einigen Jahren diverse Gespräche geführt, in denen die SCHUFA ihre Planungen, Konzepte und Verträge präsentiert hat. Zusätzlich wurde der SCHUFA FraudPool vor Ort in den Räumen der SCHUFA geprüft. Im Rahmen der geführten Gespräche und durchgeführten Prüfungen hat der Hessische Datenschutzbeauftragte vielfältige Änderungen an dem SCHUFA FraudPool angeregt und gefordert.
Die SCHUFA hat die Anregungen und Anforderungen des Hessischen Datenschutzbeauftragten nahezu vollständig übernommen und in dem nun angebotenen SCHUFA FraudPool umgesetzt. Das Produkt befindet sich nach wie vor in der Entwicklung. Zu Einzelheiten wird deshalb auch noch geprüft, ob weitere Anforderungen an das Produkt gestellt werden müssen. Insgesamt sieht der Hessische Datenschutzbeauftragte derzeit weder einen Grund noch Veranlassung, den Betrieb des SCHUFA FraudPools zu unterbinden. Soweit sich dies bisher beurteilen lässt, erfüllt der SCHUFA FraudPool die datenschutzrechtlichen Anforderungen vor allem durch rigide Kriterien für die Speicherung von personenbezogenen Daten und Merkmalen und eine restriktive Handhabung der Zugriffsrechte auf die gespeicherten Daten. Der Zugriff auf die Daten des SCHUFA FraudPools erfordert außerdem die glaubhafte Darlegung eines berechtigten Interesses im Sinne von § 29 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 BDSG. Die Abfrage von Daten des FraudPools erfolgt ausschließlich im Rahmen einer Bonitätsanfrage bei der SCHUFA, für die ebenfalls ein berechtigtes Interesse vorliegen muss. Damit ist die datenschutzrechtlich zulässige Nutzung des SCHUFA FraudPools ausreichend sicher gestellt.

Quelle: Der Hessische Datenschutzbeauftragte - PM vom 16.10.2014 von 16.10.2014
http://www.datenschutz.hessen.de/ Externer Link
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