Insolvenzrecht & Zwangsvollstreckung / Verbraucherschutz / Wettbewerbs- und Kartellrecht /
Artikelnummer: 14113033
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INKASSOSCHREIBEN – KLAR UND VERSTÄNDLICH
Klar und verständlich müssen ab November 2014 Inkassoschreiben an Privatpersonen sein. Dazu gehört auch, dass darin Auftraggeber und Grund für die Forderung genannt sein müssen. So soll der Adressat besser erkennen, ob eine Forderung überhaupt berechtigt ist.
Häufig werden Verbraucherinnen und Verbrauchern zusätzlich zur eigentlichen Forderungssumme weitere Kosten in Rechnung gestellt. Auch hier gilt: Wie sich zum Beispiel Inkassokosten zusammensetzen, muss für den Adressaten nachvollziehbar sein. Und werden etwa Verzugszinsen geltend gemacht, muss klar sein, wie sie berechnet wurden: Auf welche Forderungssumme bezieht sich die Verzinsung? Zu welchem Zinssatzwurde verzinst? Und für welchen Zeitraum? Bei einigen Inkassoschreiben fehlen solche Informationen oder sie sind unvollständig. Das hat der Gesetzgeber neu geregelt und Inkassobetreiber verpflichtet, diese Angaben bei Inkassoschreiben hinzuzufügen. So sollen Verbraucherinnen und Verbraucher besser vor Betrügereien geschützt werden. Denn Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten immer wieder betrügerische Inkassoschreiben. Grundsätzlich gilt: Wer ein Inkassoschreiben erhält, sollte einen kühlen Kopf bewahren. Zunächst sollte man prüfen, ob die Forderung nicht doch berechtigt ist. Gab es vielleicht eine Abbuchung, die jedoch etwa mangels Deckung zurückgebucht wurde? In solchen Fällen mahnen Unternehmen unbezahlte Rechnungen erst einmal an und fordern den Kunden auf, ausstehende Beträge zu begleichen. Schuldner sind gut beraten, im berechtigten Fall spätestens hier zu zahlen. Reagiert der Kunde auf das Mahnschreiben nicht, beauftragen Unternehmen oftmals ein Inkassobüro, das Geld einzutreiben. Statt ein Inkassobüro zu beauftragen, verkaufen Unternehmen mitunter ihre Forderungen an ein Inkassobüro. Das hat den Vorteil, dass die Gläubiger genau wissen, wann sie Geld für ihre Forderungen erhalten. Auch wenn sie dabei Abschläge hinnehmen müssen. In beiden Fällen ist und bleibt der Ansprechpartner für die Verbraucherinnen und Verbraucher das Inkassobüro. Wichtig: Manchmal übergeben Unternehmen ihre Forderungen bereits bei Überschreiten der genannten Zahlungsfrist an ein Inkassobüro - auch ohne den Kunden gemahnt zu haben. Schuldner sollten sich also nicht auf den Eingang einer Mahnung vom Unternehmen verlassen. Die Forderung kann eben auch von einem Inkassobüro kommen, um zusätzliche Kosten erhöht. Wer sicher ist, dass eine Forderung unberechtigt ist, sollte sie unverzüglich schriftlich zurückweisen, am besten als Einschreiben. Gehen dennoch weitere Rechnungen oder Mahnungen dazu ein, muss man darauf nicht reagieren. Erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher jedoch einen gerichtlichen Mahnbescheid, sollte man bei ungerechtfertigten Forderungen sofort Widerspruch einlegen. Dann folgt automatisch ein Gerichtsprozess und der Rechnungssteller muss seine Forderung begründen. Um möglicherweise unberechtigte Abbuchungen vom Konto zurückbuchen zu können, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Kontobewegungen im Auge behalten. Ist eine Forderung unklar, sollte man sich unverzüglich mit dem Inkassobüro in Verbindung setzen und einen Nachweis für die Forderung erbitten. Das Inkassobüro ist hierzu verpflichtet.

Quelle: Bundesregierung - PM vom 16.10.2014 von 16.10.2014
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