Bayern / Miet- und Wohnungseigentumrecht / Steuerrecht / Verwaltungsrecht /
Artikelnummer: 14111709
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ALS KAPITALANLAGE DIENENDE LEER STEHENDE WOHNUNGEN ZWEITWOHNUNGSTEUERFREI
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat entschieden, dass die Zweitwohnungsteuer für eine leer stehende Wohnung nicht erhoben werden darf, wenn sie ausschließlich als Kapitalanlage und nicht auch für eigene Wohnzwecke bzw. als Wohnung für Angehörige vorgehalten wird.
Die klagenden Wohnungseigentümer wurden für ihre seit Jahren leer stehenden und nachweislich nicht genutzten Zweitwohnungen, die sie nach ihren Angaben lediglich zur Kapitalanlage hielten, ohne sie jedoch zu vermieten („Betongeld“), von den beklagten Gemeinden Feldafing und Bad Wiessee zur Zweitwohnungsteuer herangezogen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hob die Zweitwohnungsteuerbescheide auf. Diese Urteile wurden vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt: Zwar dürfe eine Gemeinde zunächst von der Vermutung ausgehen, dass eine Zweitwohnung auch bei zeitweiligem Leerstand der persönlichen Lebensführung diene und daher zweitwohnungsteuerpflichtig sei. Diese Vermutung werde aber erschüttert, wenn der Inhaber seinen subjektiven Entschluss, die Wohnung ausschließlich zur Kapitalanlage zu nutzen, auch wenn er sie nicht vermiete, durch objektive Umstände erhärten könne. Nach der fehlerfreien Gesamtwürdigung durch den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof lag eine Mehrzahl solcher Umstände in beiden Fällen vor; u. a. war in den betreffenden Wohnungen jahrelang kein Strom bzw. Wasser verbraucht worden.

Quelle: Bundesverwaltungsgericht - PM 59/2014 vom 15.10.2014 von 15.10.2014
http://www.bundesverwaltungsgericht.de Externer Link
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