Medizinrecht / Niedersachsen / Strafrecht /
Artikelnummer: 14100510
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STAATSANWALTSCHAFT AURICH ERHEBT ANKLAGE GEGEN DIALYSEÄRZTE
Die Staatsanwaltschaft Aurich hat die umfangreichen Ermittlungen gegen zwei Fachärzte für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Nephrologie aus Aurich abgeschlossen und Anklage wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Aurich erhoben. Hierbei wird dem einen Arzt Körperverletzung in 30 Fällen, dem anderen Arzt Körperverletzung in 11 Fällen vorgeworfen.
Die Ärzte, die ihre Tätigkeit zunächst in Form einer Berufsausübungsgemeinschaft ausübten, nahmen an der vertragsärztlichen Versorgung zur Ausführung und Abrechnung von Dialysen bei chronisch nierenkranken Patienten teil. Ihnen wird vorgeworfen, in der Zeit von Januar 2009 bis Dezember 2012 zur Gewährleistung einer profitablen Auslastung des Dialysebetriebs sowie um sich entsprechende Einnahmen zu verschaffen, auch bei solchen Patienten eine chronische Dialysebehandlung eingeleitet und fortgeführt zu haben, bei denen diese medizinisch nicht veranlasst war. Hierbei handelte es sich insbesondere um Patienten, bei denen keine hinreichend belegten Symptome oder Anzeichen für ein Nierenversagen vorlagen. Dadurch kam es zu einer Vielzahl gesundheitlicher Beeinträchtigungen dieser Patienten, namentlich Blutdruckabfall, Übelkeit, Erbrechen und Krämpfen. Diese Folgen ihres Tuns nahmen die Ärzte zumindest billigend in Kauf. Die beiden Angeschuldigten haben über ihre Verteidiger die Tatvorwürfe bestritten. Für vorsätzliche Körperverletzung droht das Gesetz Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren an. Soweit ursprünglich auch wegen Betruges ermittelt wurde, ist die Strafverfolgung auf die Körperverletzungsdelikte beschränkt worden. Das Landgericht Aurich hat noch nicht über die Eröffnung des Hauptverfahrens entschieden.

Quelle: Staatsanwaltschaft Aurich - PM vom 23.09.2014 von 23.09.2014
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