Wettbewerbs- und Kartellrecht /
Artikelnummer: 14092119
Trennlinien
DEUTSCHER CHIPHERSTELLER INFINEON BÜßT MIT 82,8 MILLIONEN EURO GELDSTRAFE FÜR SMARTCARD-KARTELL
Gegen Infineon, Philips, Samsung und Renesas (zu dem Zeitpunkt ein Gemeinschaftsunternehmen von Hitachi und Mitsubishi) hat die Europäische Kommission eine Kartellbuße in Höhe von 138 Mio. Euro verhängt.
Die Unternehmen hatten ihr Marktverhalten für Smartcard-Chips im Europäischen Wirtschaftsraum koordiniert und damit gegen EU-Kartellrecht verstoßen. Das deutsche Unternehmen Infineon zahlt 82,8 Mio. Euro, Philips 20,1 und Samsung 35,1 Mio. Euro. Die Unternehmen trafen sich im Rahmen bilateraler Kontakte in der Zeit zwischen September 2003 und September 2005. Renesas wurde die Geldbuße im Einklang mit der Kronzeugenregelung der Kommission aus dem Jahr 2006 erlassen, weil das Unternehmen die Kommission von dem Kartell in Kenntnis gesetzt hatte. Die am Kartell beteiligten Unternehmen unterhielten ein Netz bilateraler Kontakte, um ihre Antworten auf Ansuchen der Kunden, die Preise zu senken, abzustimmen. Sie erörterten sensible Geschäftsinformationen über Preisbildung, Kunden, Vertragsverhandlungen, Produktionskapazität oder Kapazitätsauslastung und ihr künftiges Marktverhalten und tauschten diese aus. Die EU-Kommission hatte zunächst die Möglichkeit geprüft, diesen Fall mit einigen der beteiligten Unternehmen entsprechend der von der Kommission 2008 angenommenen Mitteilung über Vergleichsverfahren beizulegen. Allerdings beschloss die Europäische Kommission 2012, aufgrund eines offensichtlichen Mangels an Fortschritten bei diesen Diskussionen, die Vergleichsgespräche abzubrechen und zum normalen Verfahren zurückzukehren.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland - PM vom 03.09.2014 von 03.09.2014
http://ec.europa.eu/deutschland/ Externer Link
ArtikelübersichtFacebookNach oben