Informationstechnologierecht / Internetrecht / Niedersachsen / Strafrecht /
Artikelnummer: 14092117
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PROZESSAUFTAKT WEGEN COMPUTERBETRUGES MITTELS 'MTAN-PHISHING'
Das Landgericht Osnabrück verhandelt in einer Strafsache gegen acht Angeklagte im Alter zwischen 25 und 51 Jahren wegen des Vorwurfs des gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetruges und weiterer Delikte.
Den Angeklagten wird (in wechselnder Beteiligung) vorgeworfen, sich ab Juli 2013 zusammengeschlossen zu haben, um sich Guthabenbeträge von Kunden der Postbank zu verschaffen. Zuvor sollen unbekannte Mit- oder Vortäter über eine Schadsoftware („Trojaner") die Kontodaten diverser Postbank-Kunden ausgespäht haben, die das sog. mTan-Verfahren für Online-Banking nutzten. Bei diesem Verfahren werden die für Überweisungen erforderlichen Transaktionsnummern (TAN) per SMS an bestimmte Mobilfunknummern verschickt. Um diese TAN zu erhalten, sollen sich die Angeklagten sog. Multi-Sim-Karten oder Ersatz-Sim-Karten zu den Mobilfunkanschlüssen der Bankkunden besorgt und den SMS-Verkehr auf diese Karten umgeleitet haben. Diese Daten sollen die Angeklagten benutzt haben, um die Guthaben der Bankkunden von deren Tagesgeld- und Sparkonten auf den jeweiligen Girokonten zu sammeln und von dort aus auf die Konten sog. „Finanzagenten" zu überweisen, die schon über ein Konto bei der Postbank verfügten. Einer der Angeklagten soll dann mit den jeweiligen Finanzagenten in enger zeitlicher Folge diverse Postbank-Filialen besucht haben, um die überwiesenen Geldbeträge in unauffälligen Teilbeträgen in bar abzuheben. Insgesamt sollen bei den 17 angeklagten Taten im Umfang von ca. 945.000,- € Überweisungen auf die Konten der „Finanzagenten" erfolgt sein und davon ca. 670.000,- € in bar abgehoben worden sein.

Quelle: Landgericht Osnabrück - PM 58/14 vom 16.09.2014 von 17.09.2014
http://www.landgericht-osnabrueck.niedersachsen.de/ Externer Link
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