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Artikelnummer: 14090745
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SCHADENSERSATZ FÜR EINE ZERSTÖRTE WEBSITE
Nebenpflicht eines Host-Provider-Vertrags ist das regelmäßige Durchführen von Backups. Unterlässt der Host-Provider das Anfertigen von Sicherungskopien und wird dadurch eine Website unwiederbringlich zerstört, macht er sich schadensersatzpflichtig. Dies hat das Landgericht Duisburg entschieden.
Ausgangspunkt für die Berechnung des Schadensersatzes sei der Aufwand für die Erstellung einer entsprechenden Website. Zeitersparnisse aufgrund eines möglichen Rückgriffs auf Daten aus dem Internetarchiv seien nicht in Abzug zu bringen. Die Herstellungskosten für eine neue Website umfassten auch den Mehraufwand, der dadurch entsteht, dass der beauftragte Dritte unsachgemäß arbeitet und es unterlässt auf möglicherweise im Internetarchiv vorhandene Daten zurückzugreifen. Es sei ein Abzug "neu für alt" vorzunehmen. Dabei sei von einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von acht Jahren für eine Website auszugehen. Für die Nichtnutzbarkeit einer Website bestehe kein Anspruch auf eine Nutzungsausfallentschädigung. Das Anmieten von Websites sei unüblich, weswegen nicht auf einen Mietzins abgestellt werden kann.

Quelle: Landgericht Duisburg - erhältlich in der Rechtsprechungsdatenbank JurPC von 25.07.2014
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