Urheber- und Medienrecht / Wettbewerbs- und Kartellrecht /
Artikelnummer: 14090739
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ZULASSUNGSANTRAG WIWO-LUNCHTALK UND BETEILIGUNGSVERÄNDERUNG KINOWELT TELEVISION GMBH GENEHMIGT
Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) hat entschieden, dass diesen Zulassungen und Beteiligungsveränderungen keine Gründe der Sicherung der Meinungsvielfalt entgegenstehen.
Zulassungsantrag WiWo-Lunchtalk / Handelsblatt GmbH Die Handelsblatt GmbH hat bei der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) die Zulassung für das Spartenprogramm WiWo-Lunchtalk beantragt. WiWo-Lunchtalk ist als interaktives Videoformat geplant, bei dem werktäglich die Chefredakteurin der Wirtschaftswoche und ihr Team mit wechselnden Gästen und Nutzern über ein aktuelles Thema diskutieren. Das Programm soll ausschließlich über das Internet verbreitet werden. Die Übertragung erfolgt dabei als Livestream über die Homepage www.wiwo.de. Die Antragstellerin nutzt hierfür den Video-Chat-Dienst „Hangout on Air“ des sozialen Netzwerks Google+ der Google, Inc. Die Antragstellerin publiziert u. a. die Tageszeitung „Handelsblatt“ und das Wirtschaftsmagazin „Wirtschaftswoche“. Alleingesellschafterin ist die Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH & Co. KG („Verlagsgruppe Handelsblatt“). Zum Portfolio der Verlagsgruppe Handelsblatt zählen auch Fachzeitschriften (z. B. „Absatzwirtschaft“ und „Creditreform“), das Vermarktungsunternehmen iq media marketing gmbh und das Medienportal meedia. Sämtliche Kommanditanteile der Verlagsgruppe Handelsblatt und sämtliche Anteile an ihrer Komplementärin, der Handelsblatt Verwaltungs-GmbH, hält die DvH Medien GmbH. Diese hält auch 100 % der Anteile der Tagesspiegel-Gruppe (GMZ Gesellschaft für Medien-, Druck- und Zeitungsverlagsbeteiligungen mbH & Co. KG), zu der die Tageszeitungen „Tagesspiegel“ und „Potsdamer Neueste Nachrichten“, das Berliner Stadtmagazin „Zitty“ und das Offertenblatt „Zweite Hand“ gehören. Ferner hält die DvH Medien GmbH die Hälfte der Anteile an der Zeit-Verlagsgruppe, die u. a. die Wochenzeitung „Die Zeit“ sowie verschiedene Magazine (z. B. „Zeit Wissen“, „Zeit Leo“, „Zeit Geschichte“) publiziert. Alleinige Gesellschafterin der DvH Medien GmbH ist die Georg Dieter von Holtzbrinck Familiengesellschaft. An dieser hält Dieter von Holtzbrinck unmittelbar 52,0 % der Anteile, Familienstiftungen halten insgesamt 41,6 % und weitere Mitglieder der Familie von Holtzbrinck 6,4 % der Anteile. Beteiligungsveränderung / Kinowelt Television GmbH Die Kinowelt Television GmbH hat bei der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) eine Veränderung ihrer Beteiligungsverhältnisse angezeigt: Nach zuletzt im Rahmen des Verfahrens zur Zulassungsverlängerung für das Spartenprogramm Kinowelt TV Premium genehmigtem Stand (vgl. Pressemitteilung der KEK 02/2014) werden die Kapitalanteile der Kinowelt Television GmbH jeweils zur Hälfte von Achim Apell und der MK Medien Beteiligungs GmbH gehalten. Nunmehr beabsichtigt die AMC Networks Inc., über ihre mittelbare 100%ige Tochtergesellschaft KW Acquisition GmbH sämtliche Anteile der Kinowelt Television GmbH zu übernehmen (s. Schaubild). Die Stammaktien der AMC Networks Inc. sind unterteilt in die Klassen A und B. Stammaktien der Klasse B verleihen ihrem Inhaber jeweils zehn Stimmrechte, Stammaktien der Klasse A jeweils ein Stimmrecht. Klasse-B-Aktionäre sind berechtigt, 75 % der Mitglieder der Geschäftsführung zu wählen, Klasse-A-Aktionäre die verbleibenden 25 %. Sämtliche Stammaktien der Klasse B werden von Charles F. Dolan, einigen seiner engsten Familienmitglieder sowie von bestimmten familiennahen Einheiten und Treuhandgesellschaften (zusammen: „Familie Dolan“) kontrolliert. Diese haben eine Aktionärsvereinbarung getroffen, wonach sie ihre Stimmrechte in Angelegenheiten, über die Klasse-B-Aktionäre abzustimmen haben, nur gebündelt abgeben können. Bezogen auf die mit den beiden Klassen von Stammaktien verbundenen Stimmrechte kontrolliert die Familie Dolan insgesamt rund 66 % aller Stimmrechte der AMC Networks Inc. Die AMC Networks Inc. ist eine US-amerikanische börsennotierte Aktienge-sellschaft mit Sitz in New York. Das Unternehmen ist in der Medien- und Unterhaltungsbranche aktiv und betreibt in den USA unter anderem die Kabel-kanäle AMC, IFC, WEtv und Sundance TV. Über Nordamerika hinaus wird das Programm AMC/Sundance Channel Global in Osteuropa, Asien, Lateinamerika, Nordafrika und dem Mittleren Osten verbreitet. Darüber hinaus ist die AMC Networks Inc. über die IFC Entertainment im Bereich Filmverleih auf dem US-amerikanischen Markt aktiv. Die internationale Programmabteilung der AMC Networks Inc., die AMCN Chellomedia, produziert und vermarktet Fernsehprogramme an über 390 Mio. Haushalte in 138 Ländern. An deutschen Rundfunkveranstaltern ist die AMC Networks Inc. bislang nicht beteiligt. Sie ist jedoch über AMCN Chellomedia an der Zonemedia Broadcasting Ltd. beteiligt, welche auf Grundlage einer Lizenz der britischen Regulierungsbehörde OFCOM das Programm Extreme Sports Channel veranstaltet. Dieses Programm ist auch in einer deutschsprachigen Version in Deutschland empfangbar.

Quelle: Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich - PM 04/2014 vom 10.06.2014 von 10.06.2014
http://www.die-medienanstalten.de/ Externer Link
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