Bayern / Datenschutz / Medizinrecht / Versicherungsrecht /
Artikelnummer: 14090723
Trennlinien
SENSIBLE MEDIZINISCHE DATEN DARF EINE KRANKENKASSE REGELMÄßIG NICHT ZUR KENNTNIS NEHMEN
Der Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz hat - auch angesichts konkreter Beschwerden - in den letzten zwei Jahren im Rahmen einer Prüfungsreihe vor Ort zahlreiche Krankenkassen- und MDK-Akten insbesondere zum Bezug von Krankengeld gesichtet.
Das Thema Krankengeld ist bei Krankenversicherten besonders angstbesetzt, wie der Anfang Juli veröffentlichte Jahresbericht "Monitor Patientenberatung 2014" der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland aktuell bestätigt. Versicherte fühlten sich demnach vom Krankengeld-Fallmanagement ihrer Krankenkasse unter Druck gesetzt. In der Presseberichterstattung wurde auch problematisiert, dass den meisten Bürgern die Datenflüsse bei Krankenkassen und dem Medizinischem Dienst der Krankenversicherung (MDK) nicht klar seien. Außerdem wurde kritisiert, dass die Krankenkassen zum Teil gar nicht den MDK einschalten, sondern sich selbst sensible medizinische Daten beschaffen. Die Ergebnisse der zweijährigen Prüfungsreihe des Landesbeauftragten waren ernüchternd: In den Krankenkassenakten waren offen u.a. Arztberichte, Krankenhaus- und Rehaentlassberichte, vollständige MDK-Gutachten sowie umfangreiche Selbstauskunftsbögen zu finden. Gemeinsam mit einer großen bayerischen Krankenkasse konnte inzwischen ein datenschutzkonformes Vorgehen im Bereich des Krankengeldes erreicht werden. So erhebt die Krankenkasse sensible medizinische Daten nun grundsätzlich nur noch in einem verschlossenen Umschlag. Diese Daten nimmt dann nur noch der MDK zur Kenntnis.

Quelle: Bayerischer Landesbeauftragte für den Datenschutz - PM vom 18.07.2014 von 18.07.2014
https://www.datenschutz-bayern.de/ Externer Link
ArtikelübersichtFacebookNach oben