Handels- und Gesellschaftsrecht / Niedersachsen / Strafrecht /
Artikelnummer: 14080320
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ANKLAGE WEGEN HANDELS MIT ANABOLIKA AUCH GEGEN GESCHÄFTSFÜHRER EINER WOLFSBURGER DISKOTHEK
Nach dem Betriebsleiter hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig nunmehr auch den Geschäftsführer der Diskothek wegen massiver Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz angeklagt.
Ihm wird zur Last gelegt, gemeinsam mit dem von ihm eingesetzten Betriebsleiter der Diskothek in 50 Fällen Anabolika und andere verschreibungspflichtige Medikamente, die sie aus dem Ausland bezogen hatten und die dem Muskelaufbau dienten, in nicht geringer Menge weiterverkauft und dabei erhebliche Gewinne erzielt zu haben. Dem Angeschuldigten soll bei seinem Handeln bewusst gewesen sein, dass es sich um im Ausland produzierte, verfälschte Medikamente minderer Qualität handelte, weshalb ihm -wie dem bereits angeklagten Betriebsleiter- zur Last gelegt wird, bei der wahllosen Abgabe der Medikamente die Gesundheit einer großen Zahl von Menschen gefährdet, sowie gewerbsmäßig und aus grobem Eigennutz gehandelt zu haben. Der Angeschuldigte soll sich insofern an diesem Handel beteiligt haben, als er die Räume der Diskothek als Umschlagplatz und Lagerort für die Anabolika zur Verfügung stellte. Ferner wurde das bei dem Handel eingenommene Geld durch Manipulation des Kassensystems des Lokals getarnt und der Warenumsatz entsprechend angepasst. Gemeinsam mit dem Betriebsleiter soll der Angeschuldigte einen Umsatz von mehr als 2 Millionen Euro erzielt haben, so dass in dieser Höhe der Wertersatzverfall aus dem Vermögen des Angeschuldigten in Betracht kommt. Mehr als 800.000 Euro konnten bei einer Durchsuchung in einem von dem Angeschuldigten genutzten Büroraum sichergestellt werden. Der Angeschuldigte, der sich in dieser Sache vom 18.7. bis 30.7.2012 in Untersuchungshaft befand, bestreitet, sich an dem Anabolikahandel beteiligt zu haben. Ihm droht eine empfindliche Freiheitsstrafe, da das Arzneimittelgesetz für die angeklagten besonders schweren Fälle eine Mindeststrafe von jeweils einem Jahr Freiheitsstrafe vorsieht.

Quelle: Staatsanwaltschaft Braunschweig - PM vom 15.04.2014 von 14.04.2014
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