Niedersachsen / Strafrecht /
Artikelnummer: 14052531
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ANTRAG IM SICHERUNGSVERFAHREN WEGEN KÖRPERLICHER ÜBERGRIFFE IM KLINIKUM WAHRENDORFF
Die Staatsanwaltschaft Hildesheim hat gegen einen 38jährigen Mann aus Sehnde einen Antrag im sogenannten Sicherungsverfahren vor dem Landgericht Hildesheim gestellt. Dem Beschuldigten wird mehrfache vollendete und versuchte Körperverletzung sowie versuchte gefährliche Körperverletzung, begangen im Zustand der Schuldunfähigkeit, zur Last gelegt.
Der unter Betreuung stehende Beschuldigte ist auf zivilrechtlicher Grundlage im Klinikum Warendorf in Sehnde geschlossen untergebracht. Den Ermittlungen zufolge soll er trotz eines angelegten Bauchgurtes zunächst am 18.06.2013 im Klinikum Warendorf so sehr randaliert haben, dass das Pflegepersonal ihn nicht mehr unter Kontrolle bringen konnte. Da es dem Beschuldigten zudem unter nicht mehr feststellbaren Umständen gelungen sein soll, in den Besitz einer Verbandsschere zu gelangen, verständigte das Pflegepersonal die Polizei. Gegenüber den eingesetzten Beamten soll sich der immer aggressiver werdende Beschuldigte geweigert haben, die Schere wegzulegen und versucht haben, sich aus der Fixierung zu befreien. Um zu verhindern, dass der Beschuldigte sich selbst verletzt, sollen drei Polizeibeamte das Zimmer betreten haben. Der Beschuldigte habe daraufhin mit der Schere in der Hand um sich geschlagen und dabei Verletzungen der Beamten, die er nur knapp verfehlte, in Kauf genommen. Trotz des Einsatzes von Pfefferspray soll der Beschuldigte sich weiterhin massiv gegen die Wegnahme der Schere gewehrt haben. Auch der Versuch, ihm diese mit einem Schlagstock aus der Hand zu schlagen, sei fehlgeschlagen. Erst nachdem es gelungen sei, den Oberkörper unter Zuhilfenahme eines Beistellregals zu fixieren und ihm mit dem Schlagstock mehrere leichte Schläge auf die Finger zu versetzen, habe der Beschuldigte die Schere losgelassen. Bei zwei weiteren aggressiven Durchbrüchen im Juli 2013 soll der Beschuldigte wiederum Pflegekräfte gebissen und getreten haben. Der Beschuldigte hat sich bislang nicht zu den ihm vorgeworfenen Taten geäußert. Der psychiatrische Sachverständige kommt zu dem vorläufigen Ergebnis, dass der Beschuldigte an einer psychischen Erkrankung leide. Aufgrund der Erkrankung sei seine Schuldfähigkeit zum Tatzeitpunkt ausgeschlossen gewesen. Im Rahmen des angestrebten Sicherungsverfahrens wird geprüft, ob unabhängig von der bisherigen zivilrechtlichen Unterbringung die weitere Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus anzuordnen ist.

Quelle: Staatsanwaltschaft Hildesheim - PM vom 20.05.2014 von 20.05.2014
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