Wettbewerbs- und Kartellrecht /
Artikelnummer: 14042024
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370 MILLIONEN EURO KARTELLSTRAFE FÜR DEUTSCHEN AUTOZULIEFERER SCHAEFFLER
In einem Kartellvergleichsverfahren hat die EU-Kommission gegen den deutschen Wälzlager-Hersteller Schaeffler eine Geldbuße in Höhe von über 370 Mio. Euro verhängt.
Die Geldstrafe für mehrere an dem Kartell für Kfz-Wälzlager beteiligte Unternehmen beläuft sich insgesamt auf 953 Mio. Euro. Neben Schaeffler waren auch das schwedische Unternehmen SKF und vier japanische Unternehmen (JTEKT, NSK, NFC und NTN einschließlich der Tochtergesellschaft NTN-SNR) Teil des Kartells. In Pkw und Lkw befinden sich zahlreiche Wälzlager im Getriebe, in der Kupplung, der Lichtmaschine und der Klimaanlage. Kommissionsvizepräsident Joaquín Almunia, zuständig für Wettbewerbspolitik, wies darauf hin, dass nur ein konsequentes Vorgehen der Kommission gegen Kartelle für Autoteile einen künstlichen Anstieg der Preise verhindert, den dann die europäischen Autokäufer zahlen müssten. Die Kartellbeteiligten hatten über einen Zeitraum von mehr als sieben Jahren (April 2004 bis Juli 2011) in geheimen Absprachen ihre Preispolitik gegenüber den Abnehmern der Kfz-Industrie im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) abgestimmt. Im vorliegenden Fall stimmten die Kartellbeteiligten die Weitergabe von Stahlpreiserhöhungen an ihre Abnehmer der Kfz-Industrie ab, trafen Absprachen in Bezug auf Kostenvoranschläge und jährliche Rabatte für die Abnehmer und tauschten vertrauliche Geschäftsinformationen aus. Diese Absprachen erfolgten im Rahmen multi-, tri- und bilateraler Treffen. Die Größe des EU-Marktes für Kfz-Wälzlager wird auf mindestens 2 Mrd. Euro pro Jahr geschätzt. Dem japanischen Unternehmen JTEKT wurde die Geldbuße vollständig erlassen, weil es die Kommission über das Kartell unterrichtet hatte. NSK, NFC, SKF und Schaeffler erhielten nach der Kronzeugenregelung von 2006 eine Geldbußenermäßigung, weil sie mit der Kommission kooperierten. Der Beschluss ist Teil umfangreicher Ermittlungen der Kommission zu mutmaßlichen Kartellen für Kfz-Bauteile.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland - PM vom 19.03.2014 von 19.03.2014
http://ec.europa.eu/deutschland/ Externer Link
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