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Artikelnummer: 14041334
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VERGLEICH IN VERFAHREN WEGEN SCHADENSERSATZ NACH VERKAUF EINES GEKLAUTEN LAPTOPS BEI EBAY
Vor dem Amtsgericht Hannover haben sich zwei Parteien in der mündlichen Verhandlung gütlich geeinigt.
Der Kläger hatte über ebay bei dem Beklagten am 23.1.2013 ein Apple MacBook Air für 880 € erworben. Er traf sich persönlich mit dem beklagten Verkäufer und erhielt das im Originalkarton verpackte Gerät. Der beklagte Verkäufer erklärte, er habe das Gerät bei einer Verlosung gewonnen. Am 17.5.2013 erhielt der Kläger dann Besuch von der Polizei, die morgens bei ihm eine Hausdurchsuchung wegen des Laptops durchführte. Das Laptop war gestohlene Ware, es wurde beschlagnahmt, auch mit den persönlichen Daten des klagenden Käufers. Der Kläger verlangte nun Rückzahlung des Kaufpreises iHv 880 €. Das Gericht erläuterte in der Verhandlung, dass der Käufer die Klage gewinnen würde. Der beklagte Verkäufer sagte nun, dass er kurz vor der Insolvenz stehe und sich gütlich einigen wolle, er könne aber nicht den vollen Kaufpreis zurückerstatten. Er bot an, 500 € sofort zu zahlen, ansonsten würde er ein Urteil gegen sich ergehen lassen. Ob in der Vollstreckung dann etwas bei ihm zu holen sei, könne er nicht versprechen. Der klagende Käufer akzeptierte das Angebot, er wollte die Sache für sich abschließen und nicht das Risiko eingehen, bei der Vollstreckung aus einem Urteil zu seinen Gunsten mangels Masse leer auszugehen. Nach der Protokollierung des Vergleichs ging der beklagte Verkäufer zu seinem Auto, holte das Geld und übergab die 500 € in bar noch im Gerichtssaal. Der Kläger sagte zum Abschluss, dass er in Zukunft nie mehr wegen eines vermeintlich günstigen Preises etwas über ebay kaufen wolle.

Quelle: Amtsgericht Hannover - PM vom 11.04.2014 von 11.04.2014
http://www.amtsgericht-hannover.niedersachsen.de/ Externer Link
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