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Artikelnummer: 14040622
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INTERNETBETRUG MIT GEFÄLSCHTEN EINTRITTSKARTEN AUFGEDECKT
Die Staatsanwaltschaft Hannover - Abteilung für Organisierte Kriminalität - ermittelt in Zusammenarbeit mit einer Ermittlungsgruppe des Polizeikommissariates Misburg seit August 2013 gegen eine Tätergruppe wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges. Vier Beschuldigte stehen im Verdacht, in weit über 800 Fällen gefälschte Tickets über Internet-Verkaufsportale bundesweit veräußert zu haben.
Seit Frühjahr 2012 kam es im gesamten Bundesgebiet zu einer auffälligen Zunahme von Strafanzeigen wegen Betruges im Zusammenhang mit dem Verkauf von Veranstaltungstickets. Die Anzeigeerstatter hatten jeweils über eBay bzw. eBay-Kleinanzeigen insbesondere Eintrittskarten für Großveranstaltungen wie „Rock am Ring", „Rock im Park" und „Wacken", für Konzerte von Depeche Mode und Pink sowie für Bundesliga-Fußballspielegekauft. Oft stellte sich erst bei der Einlasskontrolle heraus, dass ein gefälschtes Ticket per Nachnahme übersandt worden war. In anderen Fällen wurde nach Überweisung des Kaufpreises überhaupt nichts geliefert. Um ihre Identität zu verschleiern, warben die Beschuldigten sogenannte Finanzagenten an, die durch Täuschung zur Eröffnung von Konten veranlasst wurden. Auf diesen in Hannover geführten Konten empfingen die Beschuldigten die Gelder aus den Ticketverkäufen. Der Gesamtschaden beträgt ca. 200.000 €. Durch verdeckte Ermittlungen wurde die Spur von den Finanzagenten auf die Beschuldigten zurückverfolgt. Bei ihnen handelt es sich um vier Männer im Alter zwischen 28 und 49 Jahren aus dem Raum Hannover. Nunmehr fanden Hausdurchsuchungen bei den Beschuldigten statt. Dabei wurden insgesamt 400 gefälschte Tickets für die Veranstaltungen „Rock am Ring 2014", „Rock im Park 2014" und „Hurricane 2014" im Gesamtwert von 63.510 € beschlagnahmt. Gegen die beiden Hauptverdächtigen wurde Haftbefehl erlassen. Die Staatsanwaltschaft Hannover rät zu Vorsicht im Zusammenhang mit dem Kauf von Eintrittskarten von unbekannten Privatpersonen über das Internet. Unbedingt sollten die Sicherheitshinweise der jeweiligen Verkaufsplattformen beachtet werden! Zahlreiche Geschädigte im vorliegenden Ermittlungsverfahren haben diese Hinweise offensichtlich nicht beachtet.

Quelle: Staatsanwaltschaft Hannover - PM vom 24.03.2014 von 24.03.2014
http://www.staatsanwaltschaften.niedersachsen.de Externer Link
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