Nordrhein-Westfalen / Urheber- und Medienrecht / Verwaltungsrecht /
Artikelnummer: 14033020
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KLAGEABWEISUNG IN DER PROZESSSACHE SCHAVAN
Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat die Klage der ehemaligen Bundesbildungsministerin Schavan gegen die Entscheidung des Fakultätsrates der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf abgewiesen, die im Jahre 1980 von Frau Schavan angefertigte Dissertation für ungültig zu erklären und ihr zugleich das Recht abzuerkennen, den ihr damals verliehenen Grad einer Doktorin der Philosophie (Dr. phil.) zu führen.
Nach Auffassung der Richter enthält die Dissertationsschrift der Klägerin an verschiedenen Stellen Textpassagen, die sie aus anderen wissenschaftlichen Werken übernommen hat, ohne deren Autorenschaft hinreichend zu kennzeichnen. Die Entscheidung, die Dissertation für ungültig zu erklären und den Titel abzuerkennen, liege im Ermessen des Fakultätsrates und nicht des Gerichts. Die Richter haben die Ermessensentscheidung überprüft und hierbei keine Rechtsfehler festgestellt. Der Fakultätsrat sei von einer zutreffenden Tatsachengrundlage ausgegangen und habe alle in Betracht kommenden widerstreitenden öffentlichen und privaten Belange umfassend gewürdigt und gegeneinander abgewogen. Das gelte auch für den Aspekt, dass die Täuschungshandlung bereits langfristig zurückliege. Dabei hat das Gericht nachvollzogen, dass wissenschaftliche Arbeiten auf Nachhaltigkeit angelegt seien, das heißt Bausteine in einer wissenschaftlichen Erkenntniskette darstellten, sodass es möglich sein müsse, Arbeiten, die nicht den Anforderungen entsprächen, auch nach langer Zeit noch für ungültig zu erklären.

Quelle: Verwaltungsgericht Düsseldorf - PM vom 20.03.2014 von 20.03.2014
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