Medizinrecht / Nordrhein-Westfalen /
Artikelnummer: 14020903
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UNBEGRÜNDETES SCHADENSERSATZBEGEHREN NACH OPERATIVEM EINGRIFF MIT ENTFERNUNG DER GEBÄRMUTTER
Eine 40jährige Patientin, die sich auf ärztlichen Rat im Rahmen eines operativen Eingriffs ihre Gebärmutter entfernen lässt, nach der Operation eine Infektion erleidet und sich danach weiteren Unterleibsoperationen unterziehen muss, kann wegen des ersten operativen Eingriffs keinen Schadensersatz verlangen. Das hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden und damit die erstinstanzliche Entscheidung des Landgerichts Dortmund bestätigt.
Der Klägerin, einer Patientin aus Dortmund, riet die in einem Krankenhaus in Castrop-Rauxel als Gynäkologin beschäftigte, beklagte Ärztin im Rahmen eines komplexeren operativen Eingriffs u.a. die Gebärmutter entfernen zu lassen. Den Eingriff ließ die klagende Patientin von der beklagten Ärztin und dem mitverklagten Chefarzt der Abteilung im Sommer 2006 durchführen. Wenige Tage nach ihrer Entlassung mussten bei der Klägerin aufgrund einer eingetretenen Entzündung ein Eierstock und ein Eileiter operativ entfernt werden. In der Folgezeit schlossen sich 6 weitere Operationen an, weil es zu Bauchdeckendurchbrüchen und zu Entzündungen im Bauchraum gekommen war. Mit der Begründung, die erste Operation sei behandlungsfehlerhaft und ohne ausreichende Aufklärung durchgeführt worden, hat die Klägerin von den beklagten Ärzten Schadensersatz verlangt, u.a. ein Schmerzensgeld von 30.000 €. Das Schadensersatzbegehren der Klägerin ist erfolglos geblieben. Nach der Anhörung eines medizinischen Sachverständigen konnte das Oberlandesgericht Hamm keinen Behandlungsfehler feststellen. Die im Sommer 2006 durchgeführte Operation sei medizinisch indiziert gewesen, nachdem bei der klagende Patientin eine Gebärmuttersenkung mittleren Grades und ein Darmprolaps vorgelegen habe. Ihr sei keine unzureichende Befunderhebung durch die Beklagte vorausgegangen. Weitere konservative Maßnahmen hätten den Gesundheitszustand der Klägerin nicht verbessern können. Es sei auch nicht bewiesen, dass den beklagten Ärzten bei der Durchführung der Operation ein Behandlungsfehler unterlaufen sei. Die vollständige Entfernung der Gebärmutter sei notwendig gewesen, eine behandlungsfehlerhafte Ausführung des operativen Eingriffs oder der operativen Nachsorge nicht feststellbar. Die klagende Patientin sei vor dem operativen Eingriff auch nicht unzureichend aufgeklärt worden. Zu Unrecht beanstande sie eine fehlende Aufklärung über Behandlungsalternativen. Eine solche sei zu verlangen, wenn es mehrere medizinisch gleichermaßen indizierte und übliche Behandlungsmethoden gebe, die wesentlich unterschiedliche Risiken und Erfolgschancen aufwiesen, so dass der Patient eine echte Wahlmöglichkeit habe. Das sei bei der Klägerin nicht der Fall gewesen.

Quelle: Oberlandesgericht Hamm - PM vom 28.01.2014 von 07.10.2013
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