Medizinrecht / Nordrhein-Westfalen /
Artikelnummer: 13120802
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OBERLANDESGERICHT HAMM HAT DEN FALL EINER DURCH BEHAUPTETE ÄRZTLICHE BEHANDLUNGSFEHLER HIRNGESCHÄDIGTEN PATIENTIN ZU BEURTEILEN
Derzeit verhandelt das Oberlandesgericht Hamm die Schadensersatzklage einer heute 41 Jahre alten Fremdsprachenkorrespondentin aus Griechenland. Gegen das vom Landgericht Bochum in erster Instanz gesprochene Urteil haben das beklagte Krankenhaus in Herne und die beklagten Ärzte Berufung sowie die Klägerin Anschlussberufung eingelegt. Das Landgericht hat der Klägerin aufgrund einer dem Urteil zugrunde gelegten fehlerhaften ärztlichen Behandlung zugesprochen: ein (weiteres) Schmerzensgeld in Höhe von 150.000 Euro, einen Verdienstausfallschaden in Höhe von 42.000 Euro mit einer monatlichen Rente von 3.000 Euro ab Juli 2010 für künftigen Verdienstausfall, 130.600 Euro zum Ausgleich entstandener Kosten für Therapien, Behandlungen und Betreuung sowie für die insoweit ab Juli 2010 entstehenden weiteren Kosten eine monatliche Rente von 12.900 Euro.
Die klagende Patientin hatte nach einer im Oktober 2004 im beklagten Krankenhaus durchgeführten Operation eine Nachblutung erlitten, die nach dem Klagevorbringen behandlungsfehlerhaft zu spät erkannt und versorgt worden sein soll. Infolge der Nachblutung soll ein durch eine Unterversorgung mit Sauerstoff ausgelöster Hirnschaden (hypoxischer Hirnschaden) entstanden sein, der die Gesundheit der klagenden Patientin dauerhaft beeinträchtigt haben soll. Ihre Mitwirkung bzw. behandlungsfehlerhafte Mitwirkung an der Behandlung der Klägerin im beklagten Krankenhaus bestreiten die beklagten Ärzte. Alle Parteien streiten über Umfang der gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die die klagende Patientin infolge der in Frage stehenden ärztlichen Behandlungsfehler erlitten hat, und über die Höhe des von den haftpflichtversicherten Beklagten evtl. zu leistenden Schadensersatzes. Von der für die Beklagten eintretenden Haftpflichtversicherung hat die klagende Patientin vor Klageerhebung bereits ein Schmerzensgeld von 150.000 Euro und weitere 150.000 Euro zum Ausgleich materieller Schäden erhalten. Das Oberlandesgericht Hamm hat die geltend gemachte Schadensersatzforderung in zweiter Instanz zu prüfen.

Quelle: Oberlandesgericht Hamm - PM vom 20.11.2013 von 22.11.2013
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