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Artikelnummer: 13120129
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GÜTESIEGEL IM INTERNET
Das Netzwerk der europäischen Verbraucherzentren veröffentlicht eine europaweite Studie über Online-Gütesiegel.
Internet-Gütesiegel, auf Neudeutsch "Trust Marks", sind eigentlich eine gute Sache für Verbraucherinnen und Verbraucher. Geben sie doch Kunden beim Einkauf im Internet ein Stück Sicherheit. Ein mit einem solchen Gütesiegel ausgestatteter Händler sollte sich durch korrekte Geschäftspraktiken auszeichnen und dem Verbraucher signalisieren, dass er hier unbesorgt einkaufen kann. Doch leider gibt es immer wieder Ausnahmen: Mittlerweile gibt es in Europa eine ganze Heerschar von diesen Gütesiegeln, die nach sehr unterschiedlichen Bewertungskriterien arbeiten und daher kaum miteinander vergleichbar sind. Der Verbraucher ist damit nicht schlauer als zuvor. In Deutschland bietet jedoch die Initiative D21 Orientierung. Die darin organisierten Gütesiegel erfüllen zahlreiche gemeinsame Qualitätskriterien. Die Initiative D21 ist eine Partnerschaft zwischen Politik und Wirtschaft. Im Rahmen dieser Initiative werden folgende deutsche Gütesiegel empfohlen: EHI Geprüfter Online-Shop, S@fer Shopping des TÜV Süd, Trusted Shops sowie internet privacy standard. Damit das eigentlich sehr gute Konzept der Gütesiegel in Europa seine Wirkung entfalten kann, fordern die Europäischen Verbraucherzentren (EVZ) in Kehl europaweit einheitliche Kriterien bei der Vergabe von Gütesiegeln. Gütesiegel sind besonders im grenzüberschreitenden Handelsverkehr wichtig, wenn Verbraucher und Verbraucherinnen einen Anbieter nicht von ihrem heimischen Markt kennen. Daher sollten Vergabe und Rücknahme von Gütesiegeln überall EU-einheitlich gleich erfolgen, um den Schutzgedanken für europäische Verbraucherinnen und Verbraucher zu gewährleisten. Kriterien für die Vergabe der Gütesiegel Konkret fordern die Europäischen Verbraucherzentren, dass Gütesiegel nach folgenden Kriterien vergeben werden: - Der Anbieter muss bereit sein, mit nationalen und Online-Schlichtungsstellen zu kooperieren. - Der Anbieter muss sich regelmäßig, auch unangekündigt, überprüfen lassen. - Widerrufs- und Beschwerdefristen, die dem Verbraucher mehr bieten als die gesetzlichen Fristen. - Mehrsprachige Informationen und Service – denn der Handel ist heute auch grenzenlos. Neben dem Gütesiegel müssen auch bei Verstößen und anderen Probleme einheitliche Regeln greifen, so dass sich Verbraucherinnen und Verbrauchern europaweit auf einen gemeinsamen Standard verlassen können. Die Europäischen Verbraucherzentren sind der Ansicht, dass Gütesiegel eine hilfreiche Orientierung darstellen können, ihre Umsetzung in der Praxis allerdings noch ausgefeilt werden muss, damit Gütesiegel ihre ganze Wirkung entfalten können. Die Gütesiegel-Studie (in englischer Sprache) steht zusammen mit einer deutschen Zusammenfassung sowie einer Checkliste für Verbraucher auf folgender Webseite zum Download bereit: http://www.eu-verbraucher.de/de/publikationen/studien-amp-berichte/

Quelle: Justizministerium Nordrhein-Westfalen - Mitteilung vom 22.11.2013 von 22.11.2013
http://www.justiz.nrw.de/ Externer Link
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