Medizinrecht / Nordrhein-Westfalen /
Artikelnummer: 13112402
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BLEIBENDE KNIEBESCHWERDEN NACH UMSTELLUNGSOSTEOTOMIE - KEIN ÄRZTLICHER BEHANDLUNGS- ODER AUFKLÄRUNGSFEHLER
Eine in einem Kniegelenk durchgeführte Umstellungsosteotomie, nach der beim 52jährigen Patienten weiterhin Kniegelenksbeschwerden aufgetreten sind, ist nicht behandlungsfehlerhaft und nicht ohne ausreichende ärztliche Aufklärung durchgeführt worden, weil dem Patienten keine Operation mit einer Schlittenprothese empfohlen wurde. Aufgrund dieser Feststellungen hat das Oberlandesgericht Hamm die klageabweisende erstinstanzliche Entscheidung des Landgerichts Bielefeld bestätigt.
Im Dezember 2006 ließ der unter schmerzhaften Kniebeschwerden leidende Kläger aus Minden im beklagten Krankenhaus in Bad Oeynhausen eine Umstellungsosteotomie durchführen. Nach der Operation litt der klagende Patient weiterhin unter schmerzhaften Beeinträchtigungen des Kniegelenks, so dass er das Gelenk anderweitig erneut operativ behandeln ließ. Er hat gemeint, die erste Operation sei behandlungsfehlerhaft ohne Überkorrektur und ohne ausreichende Aufklärung ausgeführt worden. Grundsätzlich habe bei ihm eine Operation mit einer Schlittenprothese und keine Umstellungsosteotomie durchgeführt werden müssen. Vom behandelnden Krankenhaus und von dem operierenden Arzt hat er Schadensersatz verlangt, u.a. ein Schmerzensgeld in Höhe von 25.000 €. Das Klagebegehren ist erfolglos geblieben. Das Oberlandesgericht Hamm konnte keine behandlungsfehlerhaft oder ohne ausreichende Einwilligung des Klägers durchgeführte Operation feststellen. Dass die Umstellungsoperation beim klagenden Patienten mit dem Ziel der Neutralstellung und nicht mit dem Ziel einer Überkorrektur der zuvor vorhandenen Fehlstellung vorgenommen worden sei, liege nach den Ausführungen des medizinischen Sachverständigen im Bereich einer fachgerechten Behandlung. Der klagende Patient habe vor der Operation auch einer Umstellungsosteotomie und nicht einer Operation mit einer Schlittenprothese zugestimmt. Das habe die durchgeführte Beweisaufnahme ergeben. Dafür sprächen schriftliche Unterlagen, u.a. ein seinerzeit vom klagenden Patienten unterzeichneter Aufklärungsbogen. Über die Risiken einer Umstellungsosteotomie und die alternativ mögliche Operation mit einer Schlittenprothese sei der Kläger ausreichend aufgeklärt worden. Auch das folge aus dem Ergebnis der Beweisaufnahme. Zu einer Operation mit Schlittenprothese habe dem klagenden Patienten nicht geraten werden müssen. Nach den Ausführungen des Sachverständigen sei er insoweit zu jung gewesen. Prothesen seien bei jüngeren Patienten einer stärkeren Belastung ausgesetzt, so dass sie sich eher lockerten und dann auszutauschen seien. Das führe zu einem immer größeren Eingriff in den natürlichen Knochen und das Gewebe und berge die Gefahr von Entzündungen. Bei Patienten im Alter des Klägers sei deswegen noch ein gelenkerhaltender Eingriff zu bevorzugen.

Quelle: Oberlandesgericht Hamm - PM vom 14.11.2013 von 08.10.2013
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