Internetrecht / Urheber- und Medienrecht /
Artikelnummer: 13111740
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ZULÄSSIGKEIT DER VERÖFFENTLICHUNG VON VORNAMEN UND ALTER DES KINDES EINES 'PROMINENTEN' VATERS
Der Bundesgerichtshof hat festgestellt, dass das Gebot der Rücksichtnahme auf die Persönlichkeit eines betroffenen Kindes die Presse zu besonderer Sorgfalt bei der Abwägung verpflichtet, ob dem Informationsinteresse nicht ohne Namensnennung genügt werden könne.
Die Klägerin ist die Adoptivtochter von Günther J. und seiner Ehefrau Thea S.-J., sie trägt den Namen S. Anlässlich der Verleihung der Goldenen Kamera an Günther J. veröffentlichte der beklagte Verlag in der von ihm verlegten Zeitschrift "Viel Spaß" einen Beitrag über die Ehe der Eltern. Über die Tätigkeit von Thea S-J. wird u.a. berichtet wie folgt: "Sie kümmert sich im heimischen Potsdam um die vier Kinder, die beiden leiblichen Töchter Svenja (21) und Kristin (18) sowie die adoptierten Mädchen Katja (14) und Mascha (10)." Mascha S. verlangt von dem beklagten Verlag, die Veröffentlichung, sie sei ein Kind von Günther J., zu unterlassen Der Bundesgerichtshof hat die Klage abgewiesen. Die klagende Adoptivtochter sei zwar durch die angegriffene Veröffentlichung in dem gewährleisteten Recht auf informationelle Selbstbestimmung betroffen, jedoch müsse sie die Beeinträchtigung hinnehmen. Allerdings verpflichte das Gebot der Rücksichtnahme auf die Persönlichkeit eines betroffenen Kindes die Presse zu besonderer Sorgfalt bei der Abwägung, ob dem Informationsinteresse nicht ohne Namensnennung genügt werden könne. Durch in den Jahren 2006 bis 2008 erschienene Presseberichte über die im Jahr 2000 erfolgte Adoption seien aber Vorname, Alter und Abstammung der Klägerin bereits einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden. Die Daten seien weiterhin in der Öffentlichkeit präsent und im Internet zugänglich. Das Gewicht des Eingriffs in die Rechtsposition der klagenden Betroffenen durch die Weiterverbreitung sei dadurch gegenüber einem Ersteingriff maßgeblich verringert. Als Ergebnis der gebotenen Abwägung zwischen den Rechten der Klägerin und dem zugunsten des beklagten Verlages streitenden Recht auf Meinungs- und Medienfreiheit müsse unter den gegebenen Umständen das Persönlichkeitsrecht der Klägerin zurückstehen.

Quelle: Bundesgerichtshof - PM 181/2013 vom 05.11.2013 von 05.11.2013
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