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Artikelnummer: 13111724
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ILLEGALER DATENHANDEL BEI DER DEBEKA?
Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz geht Hinweisen nach, denen zufolge beim Versicherungsunternehmen Debeka mit Sitz in Koblenz über Jahrzehnte hinweg illegal Personaldaten von Referendaren, Lehramtsanwärtern und anderen jungen Beamten aufgekauft, weiter veräußert und zum Zweck der Vertragsanbahnung eingesetzt worden sein sollen. Verkäufer dieser Daten sollen Mitarbeiter mit Zugang zur Personalverwaltung öffentlicher Stellen, also öffentlich Bedienstete gewesen sein.
Eine Pressemitteilung der Debeka vom 31. Oktober 2013 bestätigt diese Praxis für die 1980er und 1990er Jahre, mittlerweile wird vom Unternehmen auch nicht mehr ausgeschlossen, dass sich diese illegale Praxis bis in die Gegenwart hineinzieht. Die Datenschutzaufsichtsbehörde hat bereits ein Verfahren gegen die Debeka wegen Verdachts strafbaren Datenhandels eingeleitet. Dem Unternehmen wurde Gelegenheit gegeben, binnen kurzer Frist das "Vertrauensleute-System" der Debeka bei öffentlichen Stellen und den Erwerb von Beamtendaten durch eigene Mitarbeiter darzulegen und zu erklären, warum diese offenbar bekannte Praxis über Jahrzehnte vom Unternehmensvorstand nicht unterbunden wurde. Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit wird sich darüber hinaus mit den personalverwaltenden Dienststellen des Landes in Verbindung setzen und um Mitteilung darüber bitten, in wieweit ihnen das Vertrauensleute-System der Debeka bekannt war und ob in diesem Zusammenhang auch Nebentätigkeitsgenehmigungen erteilt worden sind.

Quelle: Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz - PM vom 04.11.2013 von 01.01.1970
http://www.datenschutz.rlp.de/ Externer Link
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