Bau- und Architektenrecht / Hessen / Verwaltungsrecht /
Artikelnummer: 13111715
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BAUGENEHMIGUNG ZUR AUFSTOCKUNG EINES WOHNHAUSES IN DER 'CONTIBAU- SIEDLUNG' (TAUBENBERG) IN IDSTEIN IST RECHTMÄßIG
Das Verwaltungsgericht Wiesbaden hat einen Eilantrag mehrerer Antragsteller gegen die einem Hauseigentümer (Beigeladener) vom Rheingau- Taunus- Kreis erteilte Baugenehmigung zur Aufstockung seines in der sog. „Contibau- Siedlung“ gelegenen Wohnhauses abgelehnt.
Das Wohnhaus des Beigeladenen ist eines von sechs Reihenhäusern, die in zwei Reihen von je drei Reihenhäusern gebaut sind. Es handelt sich um die sog. Contibau-Siedlung“ die nach den Vorgaben der Contibau, der Erbauerin des „Erbes der Idsteiner Bauschule“ errichtet worden ist. Der Beigeladene plant, in der Mitte seines Wohnhauses, das bislang über ein Vollgeschoss mit Pultdach verfügte, ein Staffelgeschoss zu setzen. Die Erweiterung erreicht größenmäßig nicht den Umfang eines Vollgeschosses. Die Antragsteller sind Anlieger der übrigen Reihenhäuser; sie wenden sich gegen den „turmartigen“ Dachaufbau ihres Nachbarn. Zwar existiere kein Bebauungsplan; jedoch liege ein geschlossenes Erscheinungsbild vor und das Vorhaben füge sich nicht ein. In dem Beschluss wies das erkennende Gericht die Bedenken der Nachbarn zurück, da die dem Beigeladenen erteilte Genehmigung rechtmäßig ergangen sei. Da kein Bebauungsplan bestehe, sei zu beurteilen, ob sich das Vorhaben einfüge; hierbei sei insbesondere zu prüfen, ob sich die Nachbarn auf die Verletzung sog. nachbarschützender Vorschriften berufen können. Soweit eine Beeinträchtigung der Belichtung und Besonnung durch die Aufstockung vorgebracht werde, greife dies nicht, da eine ausreichende Belichtung durch die Grenzabstände sichergestellt werde. Die Eingeschossigkeit des Gebäudes bleibe erhalten, die bisherige Grund- und Geschossflächenzahl werde nicht erheblich überschritten. Soweit die Nachbarn geltend machten, der Charakter der Häuser als „Contibau- Siedlung“ werde beeinträchtigt, so könne dies durchaus zutreffen; allerdings sei dies keine Frage des Sich- Einfügens oder des Rücksichtnahmegebots, sondern allenfalls des Denkmalschutzes. Hinzu komme, dass sich in unmittelbarer Umgebung der Reihenhäuser Häuser mit Zweigeschossigkeit anschließen, so dass auch bezüglich der Gebäudehöhe kein Verstoß gegen das Rücksichtnahmegebot zu erkennen sei. Gleiches gelte für die Gestaltung des geplanten Daches als Walmdach; derartige Dachausgestaltungen befänden sich unmittelbar auf der gegenüberliegenden Straßenseite, weshalb sich das Vorhaben als Ganzes in die nähere Umgebung einfüge.

Quelle: Verwaltungsgericht Wiesbaden - PM 19/2013 vom 15.11.2013 von 08.11.2013
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