Anlegerschutz / Handels- und Gesellschaftsrecht / Niedersachsen /
Artikelnummer: 13111701
Trennlinien
MÜNDLICHE VERHANDLUNGEN ÜBER SCHADENSERSATZKLAGEN GEGEN PORSCHE
Derzeit werden zwei Schadensersatzklagen im Zusammenhang mit der eventuellen Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche Automobil Holding S.E. vor dem Landgericht Braunschweig verhandelt. Die klagenden Anleger verlangen die Zahlung eines Betrages in Höhe von 131.986,60 € bzw. von 1.303.378,00 €.
Ursprünglich hatte das Landgericht Braunschweig über drei weitere Schadensersatzklagen verhandelt. Bei diesen drei Verfahren handelt es sich um die Verfahren mit den Aktenzeichen 5 O 2068/12 (Klagesumme: 212.634.500,00 €), 5 O 2077/11 (Klage gegen die Porsche Automobil Holding S.E. und die Volkswagen AG- Klagesumme 1.797.770.245,05 €) und 5 O 3086/11 (Klagesumme 351.062.690,22 €). Die Termine zur Mündlichen Verhandlung hat das Landgericht Braunschweig wegen der zurzeit in diesen Verfahren anhängigen Beschwerden aufgehoben. In den drei Verfahren hat das Gericht die Anträge der klagenden Anleger auf Aussetzung der Verfahren wegen eines strafrechtlichen Verfahrens, welches beim Landgericht Stuttgart anhängig ist, abgelehnt. Gegen diese ablehnenden Entscheidungen haben die jeweiligen klagenden Anleger Beschwerde eingelegt. Über die Beschwerden, die dem Oberlandesgericht Braunschweig zur Entscheidung vorzulegen wären, ist noch nicht entschieden. Vor diesem Hintergrund sind die Termine aufgehoben worden. In den beiden Verfahren, die zur mündlichen Verhandlung anstehen, werden Schadensersatzansprüche gegen die Porsche Automobil Holding S.E. geltend gemacht. Im Mittelpunkt stehen dabei die Pressemitteilungen der Porsche Automobil Holding S.E. zwischen dem 10.03.2008 und 26.10.2008 im Zusammenhang mit dem damaligen Vorhaben, die Volkswagen AG zu übernehmen. Am 10.03.2008 dementierte die Porsche Automobil Holding S.E., die Übernahme der Mehrheit von 75 % der Stammaktien anzustreben. Laut Pressemitteilung vom 26.10.2008 gab die Porsche Automobil Holding S.E. schließlich an, die Mehrheit von 75 % anzustreben. Sie wies dabei auf die von ihr gehaltenen VW- Stammaktien und Optionen (insgesamt 74,1 %) hin. Die klagenden Anleger sehen die Mitteilungen als inhaltlich falsch, zumindest aber irreführend an und behaupten, veranlasst durch diese Mitteilungen hätten sie an der Börse verlustbringende Finanztransaktionen in Bezug auf die Volkswagen-Stammaktie vorgenommen. Bei den Transaktionen habe es sich um Anlagegeschäfte in Form von Leerverkaufs- und Derivatpositionen bzw. Kauf/Verkauf von VW-Stammaktien gehandelt. Die Porsche Automobil Holding S.E. stellt die Unrichtigkeit der Pressemitteilungen in Abrede und tritt dem Vorwurf der Marktmanipulation entgegen. Im Übrigen bestehe zwischen den Mitteilungen und den behaupteten Transaktionen kein ursächlicher Zusammenhang. Die Schadensberechnungen seien nicht schlüssig.

Quelle: Landgericht Braunschweig - PM vom 21.10.2013 von 30.10.2013
http://www.landgericht-braunschweig.de/ Externer Link
ArtikelübersichtFacebookNach oben