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Artikelnummer: 13111028
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FREISPRUCH IM VERFAHREN GEGEN STRAßENRADPROFI WEGEN BETRUGS
Das Landgericht Stuttgart hat einen 32-jährigen Straßenradprofi vom Vorwurf des Betrugs freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm mit Anklageschrift vom 20. September 2010 zur Last gelegt, seinen Vertragspartner und ehemaligen Teamchef im Sommer 2008 über die Einnahme des Dopingmittels CERA getäuscht und ihn dadurch zur Fortzahlung der monatlichen Bezüge in Höhe von jeweils 50.487,50 Euro veranlasst und insoweit geschädigt zu haben.
Voraussetzung einer Verurteilung wegen Betrugs gemäß § 263 StGB ist unter anderem, dass der Täter durch eine Täuschungshandlung bei einer anderen Person einen Irrtum hervorruft und sich der Getäuschte irrtumsbedingt in seinem Vermögen selbst schädigt. Die Stuttgarter Strafrichter gelangten zwar zu der Überzeugung, dass der Angeklagte in einem Gespräch mit Verantwortlichen seines Vertragspartners und des Rennstalls am 17. Juli 2008 wider besseres Wissen die Einnahme von CERA abgestritten und damit die Unwahrheit gesagt habe. Das Landgericht konnte aber letztlich nicht ausschließen und die dahingehende Einlassung des Angeklagten nicht widerlegen, dass die Tatsache, dass der Angeklagte gedopt hatte, dem vermeintlich geschädigten Vertragspartner bereits bekannt war. Zwar hatte der Geschäftsführer und frühere Teamchef angegeben, dass er von der Dopingfreiheit des Angeklagten ausgegangen sei. Angesichts des konkreten Ablaufs der Gespräche zwischen den Beteiligten am 17. Juli 2008 und angesichts der Angaben insbesondere der Teamärzte vermochten die Richter aber alleine auf die Aussage des Teamchefs keine Verurteilung zu stützen. Die Beweisaufnahme habe ergeben, dass die Teamärzte immer wieder mit Fragen der Athleten rund um das Thema Doping befasst worden seien; ein Arzt habe in der Hauptverhandlung von seinem Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch gemacht, ein anderer habe eingeräumt, dass er sich dem Doping-Verlangen eines Athleten nicht offen zu widersetzen wagte. Die sich hieraus ergebenden Zweifel am Vorliegen eines strafrechtlich relevanten Irrtums gingen, so die Kammer, zu Gunsten des Angeklagten, so dass dieser freizusprechen gewesen sei.

Quelle: Landgericht Stuttgart - PM vom 29.10.2013 von 29.10.2013
http://www.landgericht-stuttgart.de/ Externer Link
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