Bayern / Straßenverkehrsrecht / Versicherungsrecht /
Artikelnummer: 13110336
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SCHADENSQUOTE UND SCHADENSHÖHE BEI EINEM VERKEHRSUNFALL
Die Klage eines Autofahrers gegen seinen Unfallgegner und dessen Versicherung war teilweise erfolgreich. Zwar hielt das Landgericht Coburg– genauso wie der Kläger den Beklagten für den Unfall verantwortlich, jedoch war der Schaden geringer als vom klagenden Fahrer angegeben.
Der Kläger fuhr mit 100 Stundenkilometern auf einer Bundesstraße. Als der Beklagte mit seinem Fahrzeug aus einem Feldweg auf die Bundesstraße auffuhr, kam es zur Kollision. Der klagende Fahrer hielt das gegnerische Fahrzeug für allein verantwortlich. Er wollte deshalb über 13.000 € von dem Gegner und dessen Versicherung ersetzt haben. Dabei stützte er sich auf ein von ihm eingeholtes Sachverständigengutachten, das den Wiederbeschaffungswert für sein Fahrzeug mit 11.800 Euro€ angab. Der beklagte Unfallgegner und seine Versicherung räumten im Laufe des Prozesses den Unfallhergang ein. Die Beklagten meinten aber, der klagende Fahrer hätte nicht darauf vertrauen können, dass das gegnerische Fahrzeug vor der Einfahrt wartet. Darüber hinaus sei der vom Kläger angegebene Wiederbeschaffungswert viel zu hoch. Das Landgericht gab der Klage überwiegend stand. Zunächst stellte es fest, dass der beklagte Fahrer für den Unfall voll verantwortlich ist. Der Fehler des auf die Bundesstraße Auffahrenden, der das Vorfahrtsrecht des Klägers missachtet hatte, wog so schwer, dass auch die Betriebsgefahr des klägerischen Fahrzeugs völlig zurücktrat. Hinsichtlich des Wiederbeschaffungswerts holte das Gericht ein Sachverständigengutachten ein. Dieses bestimmte den Wiederbeschaffungswert mit 8.500 €Euro. Es hörte auch den Sachverständigen, der dem klagenden Fahrer vorgerichtlich ein Gutachten geschrieben hatte, an. Danach kam es zu dem Ergebnis, dass der Kläger für 8.500 Euro€ ein gleichwertiges Fahrzeug bei einem seriösen Gebrauchtwagenhändler hätte erwerben können. Deshalb sprach das Gericht nur den gerichtlich ermittelten Wiederbeschaffungswert und einige andere Schadenspositionen, insgesamt 9.700 €Euro, zu.

Quelle: Landgericht Coburg - PM 518/13 vom 25.10.2013 von 31.05.2013
http://www.justiz.bayern.de/gericht/lg/co/ Externer Link
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