Wettbewerbs- und Kartellrecht /
Artikelnummer: 13102735
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EU-KOMMISSION GENEHMIGT ÜBERNAHME VON OLYMPIC AIR DURCH AEGEAN AIRLINES
Die Europäische Kommission hat den Zusammenschluss der beiden griechischen Fluglinien Olympic Air durch Aegean Airlines nach der EU-Fusionskontrollverordnung geprüft und genehmigt.
Die eingehende Untersuchung ergab, dass Olympic Air aufgrund seiner finanziellen Schwierigkeiten keine andere Wahl hätte, als sich vom Markt zurückzuziehen, wenn es nicht von Aegean Airlines übernommen würde. Im Falle eines Rückzugs von Olympic Air wäre Aegean Airlines das einzige bedeutende Luftfahrtunternehmen in Griechenland und würde die Marktanteile von Olympic übernehmen. Olympic würde somit – ob im Zuge einer Übernahme oder aufgrund seiner finanziellen Schieflage – in absehbarer Zeit als Wettbewerber wegfallen. Die ohnehin unvermeidliche Wettbewerbsbeeinträchtigung wäre folglich nicht der Übernahme zuzuschreiben. Die Europäische Kommission hat geprüft, wie sich die geplante Übernahme auf den Wettbewerb für Inlandsflüge im Passagierluftverkehr auswirken würde. Auf diesen Märkten ist Aegean Airlines in Griechenland der engste Wettbewerber von Olympic Air. Aufgrund ihrer anfänglichen Wettbewerbsbedenken leitete die Kommission im April 2013 eine eingehende Untersuchung ein. Im Zuge der Krise in Griechenland ist bei Inlandsflügen ab Athen die Nachfrage um 26 Prozent eingebrochen. Diese rückläufige Entwicklung hat sich im ersten Halbjahr 2013 fortgesetzt. Darüber hinaus ist die Zahl der Strecken, die sowohl von Aegean und Olympic bedient werden, in den vergangenen Jahren erheblich zurückgegangen. Als die EU-Kommission 2011 die damaligen Übernahmepläne von Aegean blockierte, standen die beiden Luftfahrtunternehmen auf 17 Strecken in direktem Wettbewerb, neun dieser Strecken waren wettbewerbsrechtlich bedenklich. Momentan überschneidet sich das Angebot von Aegean Airlines und Olympic Air auf sieben Strecken, von denen die folgenden fünf Inlandsstrecken ausschließlich von diesen beiden Gesellschaften bedient werden: Athen – Chania, Athen – Mytilene, Athen – Santorini, Athen – Korfu, Athen – Kos (Aegean-Flüge nur im Sommer). Die Marktuntersuchung ergab, dass ein baldiger Markteinstieg eines neuen Wettbewerbers unwahrscheinlich ist. Dies hat mehrere Gründe: Potenzielle Wettbewerber versprechen sich andernorts bessere Gewinnaussichten, der Markteintritt ist ihnen zu teuer oder sie halten sich derzeit aufgrund der extrem schwierigen wirtschaftlichen Situation des Landes vom griechischen Markt fern.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland - PM vom 09.10.2013 von 09.10.2013
http://ec.europa.eu/deutschland/ Externer Link
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