Baden-Württemberg / Strafrecht /
Artikelnummer: 13092221
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STAATSANWALTSCHAFT TÜBINGEN ERHEBT ANKLAGE GEGEN DR. NILS THILO OTTO BECKER WEGEN GEWERBSMÄßIGEM BETRUG UND GEWERBSMÄßIGER URKUNDENFÄLSCHUNG IN MEHREREN FÄLLEN.
Die Staatsanwaltschaft Tübingen hat Anklage beim Amtsgericht Tübingen - Schöffengericht - gegen den zuletzt mit internationalem Haftbefehl gesuchten Dr. Nils Thilo Otto Becker wegen gewerbsmäßiger Urkundenfälschung in 15 Fällen erhoben, wobei der 45-Jährige in elf Fällen das Vergehen des gewerbsmäßigen Betrugs mitverwirklichte.
Ihm wird vorgeworfen, unter Nutzung von zahlreichen Falschidentitäten bei verschiedenen Banken jedenfalls im Zeitraum zwischen Februar 2009 und September 2011 eine Vielzahl von Konten mit Dispositionskrediten eröffnet und Darlehensverträge abgeschlossen zu haben, um die bewilligten Dispositionskredite und Darlehen für sich vereinnahmen zu können. Zur Verifizierung der von ihm verwendeten jeweiligen falschen Identität stellte er falsche Urkunden wie beispielsweise Ausweispapiere, Zeugnisse und Gehaltsnachweise her und verwendete diese im Rahmen der jeweiligen Vertragsabschlüsse. Insgesamt hat der Angeschuldigte auf diese Weise etwa EUR 170.000,-- erlangt, wodurch den betroffenen Kreditinstituten ein entsprechender Schaden entstanden ist. Mit der Anklageerhebung ist ein bereits seit Ende des Jahres 2011 geführtes Ermittlungsverfahren abgeschlossen. Eingeleitet wurde das Ermittlungsverfahren aufgrund von verdächtigen Daten auf einem im November 2011 in Berlin aufgefundenen Laptop, der dem Angeschuldigten zugeordnet werden konnte. Dieser verlangte von der Polizei zunächst die sofortige Herausgabe des Laptops und wehrte sich gegen die Beschlagnahme - letztlich erfolglos - durch Anrufung des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten und des Landgerichts Berlin. Anschließend tauchte er unter, weshalb er zuletzt mit internationalem Haftbefehl gesucht wurde und letztlich am 07.08.2013 auf dem Campingplatz bei Vlotho (Nordrhein-Westfalen) verhaftet werden konnte. Aufgrund der bei der Festnahme beim Angeschuldigten festgestellten Gegenstände, insbesondere auch Lang- und Kurzwaffen, sind weitere Ermittlungen im Gange. Hinsichtlich der nunmehr angeklagten Taten sieht das Strafgesetzbuch als Strafrahmen Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor.

Quelle: Staatsanwaltschaft Tübingen - PM vom 26.08.2013 von 13.08.2013
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