Bau- und Architektenrecht / Miet- und Wohnungseigentumrecht / Nordrhein-Westfalen / Straßenverkehrsrecht / Verwaltungsrecht /
Artikelnummer: 13092220
Trennlinien
NUTZUNG EINES BOCHUMER GRUNDSTÜCKS FÜR EINEN BETRIEB ZUR AUTOVERWERTUNG UND KFZ PFLEGE UND -VERKAUF SOWIE ERSATZEILVERKAUF DURFTE UNTERSAGT WERDEN.
Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte eine Ordnungsverfügung der Stadt Bochum, mit der dem Antragsteller der Betrieb einer Altautoverwertung nebst dem dazugehörigen Teile- und Kfz-Handel untersagt wurde.
Der Antragsteller nutzte für seinen Betrieb zwei Grundstück in der Nähe der A 40 in Bochum Hamme. Nach den Feststellungen der Richter wurden in den 1970er Jahren die Errichtung und der Betrieb einer Anlage zur Herstellung von Reinigungsmitteln sowie in den 1980er Jahren der Betrieb eines Autokranverleihs immissionsschutzrechtlich bzw. baurechtlich genehmigt. Eine Genehmigung für eine Nutzung des Grundstücks zur Autoverwertung, zum An- und Verkauf sowie zur Pflege von KfZ und Ersatzteilen oder auch nur zur Lagerung von Kraftfahrzeugen ist niemals erteilt worden. Die in der vergangenen Zeit wiederholt gestellten Bauanträge des Antragstellers wurden bislang nicht genehmigt. Die Stadt Bochum gab dem Antragsteller mit Ordnungsverfügung vom 23. Mai 2013 auf, die „Autoverwertung und An- und Verkauf und Pflege von KfZ und Ersatzteilen“ einzustellen und untersagte daneben die Nutzung der Grundstücke „zum Zwecke des Lagerplatzes und der Autoverwertung“. In Ihrem Beschluss bestätigte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen die Einschätzung des Bauordnungsamtes, bei der Nutzung handele es sich augenscheinlich um eine genehmigungspflichtige Nutzungsänderung, die bislang nicht durch eine Baugenehmigung gedeckt und damit formell illegal sei. Allein die fehlende Genehmigung begründe ein erhebliches öffentliches Interesse an der sofortigen Verhinderung der weitern Nutzung. Allein der Umstand, dass der baurechtswidrige Zustand der Antragsgegnerin bereits seit längerer Zeit bekannt sein soll, stehe der Nutzungsuntersagung nicht entgegen. Auch die dem Antragsteller gesetzte Frist von drei Tagen zur Befolgung der Ordnungsverfügung erscheine unter den besonderen Umständen des vorliegenden Falles als angemessen. Es sei dem Antragsteller bereits seit längerer Zeit bewusst, dass er sein Gewerbe baurechtlich formell illegal betreibe.

Quelle: Verwaltungsgericht Gelsenkirchen - PM vom 30.07.2013 von 25.07.2013
http://www.vg-gelsenkirchen.nrw.de/ Externer Link
ArtikelübersichtFacebookNach oben