Handels- und Gesellschaftsrecht / Hessen / Insolvenzrecht & Zwangsvollstreckung / Urheber- und Medienrecht /
Artikelnummer: 13091527
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EINSTWEILIGE VERFÜGUNG IM SUHRKAMP-VERFAHREN: LANDGERICHT FRANKFURT UNTERSAGT DER SUHRKAMP-FAMILIENSTIFTUNG DIE ZUSTIMMUNG ZUM SANIERUNGSPLAN
Das Landgericht Frankfurt hat der Suhrkamp Familienstiftung untersagt, in der Gläubigerversammlung der Suhrkamp Verlag GmbH & Co. KG für die Annahme eines Insolvenzplanes zu stimmen, der die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft vorsieht.
Die Richter haben zur Begründung ausgeführt, dass die Beantragung der Eröffnung des Insolvenzverfahrens unter Anordnung des Schutzschirmverfahrens durch die Suhrkamp Verlag GmbH & Co. KG eines Gesellschafterbeschlusses bedurft hätte. Dies folge aus der gesellschaftsrechtlichen Treuepflicht. Die Suhrkamp Familienstiftung dürfe ihre beherrschende Stellung über die Suhrkamp Verlag GmbH & Co. KG nicht dazu ausnutzen, um unter dem Schutz des Insolvenzverfahrens sich von den gesellschaftsrechtlichen Bindungen mit der Medienholding zu lösen und die Medienholding in ihrer Stellung als Anteilseignerin zu entrechten. Auch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 06.08.2013 hat die gesellschaftsrechtlichen Treuepflichten der Gesellschafter untereinander nicht beendet. Andernfalls würde die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu einem „Reinwaschen“ einer vor Eröffnung liegenden schweren Pflichtverletzung der gesellschaftsrechtlichen Treuepflicht führen.

Quelle: Landgericht Frankfurt am Main - PM vom 10.09.2013 von 10.09.2013
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