Sachsen / Strafrecht /
Artikelnummer: 13090824
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ANKLAGE NACH ANGRIFF IN JOBCENTER LEIPZIG ERHOBEN
Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat gegen einen 34-jährigen Mann aus Leipzig Anklage wegen des Tatvorwurfs des versuchten Mordes und der gefährliche Körperverletzung zur Schwurgerichtskammer des Landgerichts Leipzig erhoben.
Dem Angeschuldigten liegt zur Last, am 21.05.2013 gegen 09.30 Uhr aus Wut und Rache über einen vorhergehenden Sanktionsbescheid mit einer Leistungskürzung des Arbeitslosengeldes II (ALG II) von 30 % seine Sachbearbeiterin (52) im Jobcenter Leipzig aufgesucht und mit einem mitgebrachten Hammer mehrfach auf deren Kopf und Oberkörper einschlagen zu haben, um sie zu töten. Durch einen hinzukommenden Mann konnten weitere Schläge verhindert werden. Das Opfer wurde durch die Tat schwer aber nicht lebensbedrohlich verletzt und ist bis zum heutigen Tag krank geschrieben. Der Angeschuldigte hat zu der Tat ein umfangreiches Geständnis abgelegt, welches sich im Wesentlichen mit dem Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen deckt. Danach habe er die ihm zugewiesene Arbeit der Säuberung von städtischen Grünanlagen als menschenunwürdig angesehen und abgelehnt. Die daraufhin durch seine Sachbearbeiterin veranlasste viermonatige Kürzung des Bezuges von ALG II habe er als Ungerechtigkeit empfunden und aus Wut und Verärgerung hierüber beschlossen, seine Sachbearbeiterin am nächsten Sprechtag aufzusuchen und diese zu töten. Die Ermittlungen haben ergeben, dass der langzeitarbeitslose Angeschuldigte sich bereits in der Vergangenheit mehrfach verschiedenen Mitarbeitern des Jobcenters gegenüber aggressiv verhalten oder diese sogar angegriffen haben soll und deshalb auch bereits zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war (vgl. Medieninformation vom 22.05.2013). Der Angeschuldigte wurde seit August 2012 im Jobcenter Leipzig von der Geschädigten betreut. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeschuldigte aus niederen Beweggründen und heimtückisch handelte und mit den Hammerschlägen den Tod seines Opfers herbeiführen wollte, diesen aber zumindest billigend als Folge seines Handelns in Kauf nahm. Auch wenn die Ermittlungen bisher keine Anhaltspunkte für eine erhebliche Beeinträchtigung oder gar Aufhebung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit des Angeschuldigten ergeben haben hat die Staatsanwaltschaft im Hinblick auf die Schwere der Tatvorwürfe einen Sachverständigen mit der Erstellung eines forensisch-psychiatrischen Gutachtens beauftragt. Dieses liegt noch nicht vor. Der Angeschuldigte wurde unmittelbar nach der Tat vorläufig festgenommen und befindet sich aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Leipzig seit dem 22.05.2013 ununterbrochen in Untersuchungshaft.

Quelle: Staatsanwaltschaft Leipzig - PM vom 26.08.2013 von 26.08.2013
http://www.justiz.sachsen.de/stal/ Externer Link
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