Wettbewerbs- und Kartellrecht /
Artikelnummer: 13072118
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BUNDESKARTELLAMT ERLAUBT FUSIONEN VON GELDTRANSPORTUNTERNEHMEN - ERWERB VON BRINK’S DURCH PROSEGUR NUR UNTER BEDINGUNGEN FÜR DEN MARKT IN BERLIN MÖGLICH
Das Bundeskartellamt hat den Erwerb der Brink’s Deutschland GmbH und der Brink’s Transport und Service GmbH durch die Prosegur Compania de Seguridad SA mit Sitz in Madrid unter Bedingungen freigegeben. Die Unternehmen haben sich verpflichtet, zuvor einen wesentlichen Anteil ihres Geschäfts im Großraum Berlin an dritte Unternehmen zu veräußern. Der Erwerb der Unicorn Geld- und Wertdienstleistungen GmbH durch die Ziemann Sicherheit Holding GmbH konnte demgegenüber ohne weitere Bedingungen oder Auflagen freigegeben werden.
Beide Fusionen betreffen die Märkte für Bargelddienstleistungen. Bargelddienstleister übernehmen unter anderem die Bargeldversorgung von Handel, Banken und deren Geldautomaten. Daneben umfasst die Tätigkeit auch die Geldbearbeitung (Zählen, Bündeln, Rollen, Echtheitsprüfung). Bundesweit hat der Markt für Bargelddienstleistungen ein Gesamtvolumen von rund einer halben Milliarde Euro. Die Anbieterstruktur der Bargelddienstleister in Deutschland ist sehr heterogen. Es existieren derzeit lokale, regionale, überregionale und ein einziger bundesweiter Anbieter (Prosegur). Insgesamt sind in Deutschland etwa 60 Bargelddienstleister tätig, von denen der Großteil regionale oder lokale Anbieter sind. Der Erwerb von Brink’s durch Prosegur hätte in Berlin zu einer marktbeherrschenden Stellung geführt. Brink’s ist in Berlin der führende Anbieter, Prosegur der zweitstärkste. Die übrigen in Berlin tätigen Unternehmen sind im Wesentlichen mittelständisch geprägt und decken teilweise nicht das komplette Angebot an Bargelddienstleistungen ab. Größere Wettbewerber sind entweder gar nicht oder nur mit geringen Marktanteilen in Berlin vertreten. Im Fall Ziemann/Unicorn haben die Ermittlungen ergeben, dass auf keinem der betroffenen Regionalmärkte die Entstehung und Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung oder eine sonstige erhebliche Behinderung wirksamen Wettbewerbs zu erwarten war.

Quelle: Bundeskartellamt - PM vom 19.07.2013 von 19.07.2013
http://www.bundeskartellamt.de Externer Link
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