Niedersachsen / Strafrecht /
Artikelnummer: 13052604
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ANKLAGE NACH BRANDSERIE IN STADTHAGEN
Die Staatsanwaltschaft Bückeburg hat Anklage vor dem Landgericht Bückeburg wegen insgesamt 10 Straftaten gegen einen 19-jährigen Heranwachsenden aus Stadthagen, u.a. wegen des dringenden Tatverdachts der schweren Brandstiftung, erhoben.
Dem Angeklagten wird vorgeworfen in der Zeit vom 25.10.2012 bis 04.12.2012 für neun Brandlegungen in Stadthagen und Lauenhagen/Hülshagen verantwortlich zu sein. In zwei Fällen sind die Vorwürfe als Brandstiftungen zu werten. Am 28.10.2012 soll er eine Feldscheune in Lauenhagen/Hülshagen durch Brandlegung vollständig zerstört haben und am 27.11.2012 ein Gewächshaus auf dem Gelände eines Gärtnereibetriebes in Stadthagen. Auf dem Gelände des Gärtnereibetriebes sind zusätzlich zwei weitere Gewächshäuser beschädigt worden. Eine schwere Brandstiftung am 01.11.2012 in Stadthagen wird dem Angeschuldigten ebenfalls vorgeworfen. An diesem Tag sind durch eine Brandlegung ein Carport sowie drei Pkws in Stadthagen beschädigt worden. Eine Bewohnerin eines angrenzenden Hauses musste aufgrund der starken Hitzeentwicklung durch die Feuerwehr evakuiert werden. Auch konnte eine benachbarte Bäckerei aufgrund der Brandeinwirkung und des Löscheinsatzes nicht mehr genutzt werden. Da durch den Brand auch Räume betroffen waren, die dem Aufenthalt von Menschen dienen und die Gefahr einer Gesundheitsschädigung bestand, ist diese Tat nach dem Ergebnis der Ermittlungen als schwere Brandstiftung einzustufen. Im Zeitraum vom 25.10.2012 bis 01.11.2012 soll der Angeschuldigte ferner insgesamt sechsmal Mülltonnen bzw. Altpapier angezündet haben. Der Vorwurf lautet hier: Sachbeschädigung. Durch die Brände ist nach dem Ergebnis der Ermittlungen ein Gesamtschaden von etwa 353.920,00 € entstanden. Neben dem Vorwurf der Brandlegungen wird dem Angeschuldigten auch ein Handtaschenraub am 04.12.012 in Stadthagen zur Last gelegt. Der Angeschuldigte soll einer Passantin eine Handtasche entrissen haben, in der sich Wertgegenstände befanden. Der Angeschuldigte befindet sich seit dem 06.12.2012 aufgrund des Haftbefehls des Amtsgerichts Bückeburg in Untersuchungshaft. Neben dem Antrag die Untersuchungshaft fortdauern zu lassen, hat die Staatsanwaltschaft Bückeburg beantragt, das Hauptverfahren vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts Bückeburg zu eröffnen. Sollte das Gericht das Hauptsacheverfahren eröffnen, wird es zu einer Hauptverhandlung kommen. In der Anklageschrift sind u.a. 64 Zeugen sowie Sachverständige aufgeführt. Da der Angeschuldigte zu den Tatzeiten Heranwachsender war, wurde Anklage vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts Bückeburg erhoben. Aufgrund des Alters des Angeschuldigten kommt auch die Anwendung des Jugendstrafrechts in Betracht. Im Falle einer Verurteilung nach Jugendstrafrecht beträgt das gesetzliche Höchstmaß einer Jugendstrafe zehn Jahre. Daneben wurden weitere Vorwürfe der Brandlegung gegen den Angeschuldigten durch die Staatsanwaltschaft Bückeburg eingestellt. In sechs Fällen ergab das Ergebnis der Ermittlungen keinen hinreichenden Tatverdacht, der für eine Anklageerhebung notwendig wäre. In sechs weiteren Fällen wurde das Verfahren gemäß § 154 Abs. 1 StPO beschränkt, da eine Verurteilung bzgl. dieser Taten im Hinblick auf die angeklagten Sachverhalte nicht erheblich ins Gewicht fallen würde.

Quelle: Staatsanwaltschaft Bückeburg - PM vom 24.04.2013 von 24.04.2013
http://www.staatsanwaltschaften.niedersachsen.de/ Externer Link
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