Niedersachsen / Strafrecht / Transport- und Speditionsrecht /
Artikelnummer: 13052603
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MUTMAßLICHER SOMALISCHER PIRAT IN DEUTSCHLAND FESTGENOMMEN
Der mutmaßliche somalische Staatsangehörige M. wurde in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen in Gießen festgenommen. Der Beschuldigte ist illegal unter möglicherweise falschen Personalien in das Bundesgebiet eingereist.
Bei der Einreise wurde er von der Bundespolizei kontrolliert und seine Fingerabdrücke genommen. Aufgrund der von ihm abgenommen Fingerabdrücke ist er dringend verdächtig, an der Entführung des Schiffes Marida Marguerite im Mai 2010 südlich der omanischen Küste beteiligt gewesen zu sein. Nach ersten Ermittlungsergebnissen soll er für die Versorgung des entführten Schiffes mit Nahrungsmitteln sowie die Buchführung, die als Grundlage zur anteilsmäßigen Verteilung des Lösegeldes auf die beteiligten Piraten, zuständig gewesen seien. Das Amtsgericht Osnabrück hat einen Haftbefehl wegen erpresserischen Menschenraubes und gefährlicher Körperverletzung erlassen. Der Beschuldigte ist teilweise geständig. Im Fall einer Verurteilung droht ihm eine Freiheitstrafe zwischen fünf und 15 Jahren. Die Festnahme des mutmaßlichen Piraten ist ein großer Ermittlungserfolg, der nur durch die gründliche Ermittlungsarbeit der Polizei vor Ort, insbesondere die akribische Spurensuche und die von der Staatsanwaltschaft Osnabrück durchgeführten internationalen und aufwendigen Ermittlungen ermöglicht worden ist. Zum Hintergrund: Das Schiff wurde von einer Reederei betrieben, die in Haren/ Ems ansässig ist. Es hatte einen Wert von ca. 25 Millionen $. Der Wert der Ladung (Benzol und Ö) betrug ca. 10 Millionen $; auf dem Schiff befanden sich 22 Besatzungsmitglieder. Das Schiff wurde von dem Piraten mit Raketen und Maschinengewehren beschossen und dann geentert. Während der Dauer der Geiselnahme, die sich von Anfang Mai 2010 bis zum 27. Dezember 2010 hinzog, wurden die Besatzungsmitglieder in kaum zu schildernder Weise fürchterlich gequält. Mehrfach wurden Scheinhinrichtungen durchgeführt. Einzelne Besatzungsmitglieder wurden stundenlang und grausam gefoltert. Das Schiff wurde erst freigegeben, nachdem ein Lösegeld in Höhe von mehreren Millionen Dollar über dem Schiff abgeworfen worden war.

Quelle: Staatsanwaltschaft Osnabrück - PM vom 13.05.2013 von 13.05.2013
http://www.staatsanwaltschaft-osnabrueck.niedersachsen.de/ Externer Link
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