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Artikelnummer: 13052526
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MAINZ-FINTHEN - NACHBARANTRAG GEGEN MEHRFAMILIENHAUS ABGELEHNT
Abgelehnt hat das Verwaltungsgericht Mainz den Eilantrag der Eigentümer eines mit einem Einfamilienhaus bebauten Grundstücks in Mainz-Finthen (Antragsteller) gegen die der beigeladenen Nachbarin von der Stadt Mainz erteilte Baugenehmigung zur Errichtung eines Mehrfamilienhauses.
Das Mehrfamilienhaus füge sich aufgrund seiner Massivität und Kubatur nicht in die durch Ein- und Zweifamilienhäuser geprägte Umgebung ein, machten die Antragsteller im Wesentlichen geltend. Außerdem bringe die zugelassene Zufahrt auf eine stark befahrene Straße Gefahren für die Verkehrssicherheit mit sich. Die Richter befanden, dass der Antrag ohne Erfolg bleiben müsse, weil die erteilte Baugenehmigung keine Nachbarrechte der Antragsteller verletze. Das beanstandete Bauvorhaben verletze nicht das Gebot der Rücksichtnahme. Es habe nicht die hierfür erforderlichen unzumutbaren Auswirkungen auf das Grundstück der Antragsteller. Es wahre die erforderlichen Abstandsflächen und wirke nicht erdrückend auf dieses Grundstück, zumal es hinsichtlich der Firsthöhe die Nachbarbebauung allenfalls unwesentlich übersteige. Nach seiner Kubatur und baulichen Gestaltung bewirke es für das Grundstück der Antragsteller auch nicht das Gefühl des „Eingemauertseins“ oder einer „Gefängnishofsituation“. Die – städtbaulich erwünschte – Nachverdichtung mag den Nachbarn unpassend erscheinen, sei jedoch nicht rücksichtslos. Die von den Nachbarn angeführten Verkehrssicherheitsaspekte begründeten keine nachbarschützende Rechte, auf die sie sich berufen könnten.

Quelle: Verwaltungsgericht Mainz - PM 3/2013 vom 15.05.2013 von 15.05.2013
http://www.mjv.rlp.de/Gerichte/Fachgerichte/Verwaltungsgerichte/VG-Mainz/ Externer Link
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