Hamburg / Urheber- und Medienrecht /
Artikelnummer: 13040741
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URHEBERRECHTLICHER SCHUTZ VON INTERVIEWFRAGEN
Interviewfragen können als Sprachwerke urheberrechtlich geschützt sein, wenn die Fragen vielfache Möglichkeiten der Formulierung aufweisen und aufgrund ihrer prägnanten sprachlichen Gestaltung, ihres inhaltlichen Aufbaus und ihrer individuellen Zusammenstellung eine individuelle geistige Schöpfung darstellen. Dies hat das Landgericht Hamburg entschieden.
Die streitgegenständlichen Interviewfragen sind als Sprachwerke urheberrechtlich geschützt, so das Landgericht Hamburg in seiner Entscheidung. Ein Sprachwerk könne seine Prägung als individuelle geistige Schöpfung nicht nur durch die sich in der Sprachgestaltung ausdrückende Gedankenführung und -formung gewinnen, sondern auch durch die schöpferische Sammlung, Auswahl, Einteilung und Anordnung des vorhandenen Stoffs. Ausreichend sei, wenn das Sprachwerk einen gewissen Grad von Individualität aufweisen (sog. "kleine Münze"). Hieran könne es fehlen, wenn der Spielraum für eine individuelle Gestaltung sehr eng und individuelles Schaffen deshalb besonders schwierig ist. Die Fragen wiesen jedoch vielfache Möglichkeiten der Formulierung auf und seien aufgrund ihrer prägnanten sprachlichen Gestaltung, ihres inhaltlichen Aufbaus und ihrer individuellen Zusammenstellung urheberrechtlich geschützt.

Quelle: Landgericht Hamburg - erhältlich in der Rechtsprechungsdatenbank JurPC von 08.11.2012
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