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Artikelnummer: 13031022
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KEINE PHARMAZEUTISCHE BERATUNG ÜBER CALL-CENTER
Ein Apotheker darf zur pharmazeutischen Beratung seiner Kunden keine Telefon-Hotline zur Verfügung stellen, die nur gegen Gebühr in Anspruch genommen werden kann. Dies hat der Bundesgerichtshof entschieden. Auch eine von einer ausländischen Versandapotheke gegenüber Kunden in Deutschland unter der Überschrift "AnwendbaresRecht/Gerichtsstand" verwendete Allgemeine Geschäftsbedingung, nach der für alle im Zusammenhang mit der Geschäftsbeziehung entstehenden Meinungsverschiedenheiten und Rechtsstreitigkeiten ausschließlich das Recht des Staates gilt, in dem die Versandapotheke ihren Sitz hat, benachteilige die Kunden in Deutschland unangemessen.
Der Bundesgerichtshof stellt in seiner Entscheidung weiter fest, dass eine ausländische Versandapotheke nicht gehindert ist, Tätigkeiten, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Abgabe von Arzneimitteln an die Kunden stehen, auch dann im Inland durch von ihr beauftragte Unternehmen ausführen zu lassen oder selbst auszuführen, wenn sie hier über keine Apothekenbetriebserlaubnis verfügt. Schließlich dürfe eine ausländische Versandapotheke Anrufe von Kunden im Inland, die Arzneimittel bestellen oder pharmazeutisch beraten werden wollen, nicht über eine Dienstleistungstelefonnummer von einer Drittfirma entgegennehmen und bearbeiten lassen.

Quelle: Bundesgerichtshof von 19.07.2012
http://www.bundesgerichtshof.de/ Externer Link
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