Niedersachsen / Strafrecht /
Artikelnummer: 13030929
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URTEIL DES LANDGERICHTS OSNABRÜCK GEGEN EHEPAAR AUS OSTERCAPPELN WEGEN KREDITBETRUGES RECHTSKRÄFTIG
Die Verurteilungen eines Ehepaars aus Ostercappeln und eines Mitangeklagten aus Lemgo sind rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof hat die Entscheidung bestätigt. Das Landgericht Osnabrück hatte am 24.01.2012 den heute 46-jährigen Ehemann zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 4 Jahren und 10 Monaten und seine 40-jährige Frau zu 2 Jahren und 10 Monaten jeweils wegen mehrfachen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges verurteilt. Ihr nicht geständiger Mittäter Sarkin S., der zu 6 Jahren und 3 Monaten verurteilt worden war, wurde noch im Gerichtssaal wegen Fluchtgefahr festgenommen.
Nach 40 Verhandlungstagen und der Vernehmung von 200 Zeugen stand für das Landgericht fest, dass die drei Angeklagten in den Jahren 2006 und 2007 mit gefälschten Bonitätsunterlagen 165 Kredite vermittelt hatten. Die Gesamtsumme der bewilligten Kredite belief sich auf 2,71 Millionen Euro. Die Angeklagten warben unter der Osnabrücker Firma ProDefender GmbH vorwiegend wirtschaftlich unerfahrene, kreditunwürdige Russlanddeutsche an, die eigene Konsumentenkredite bei Bankfilialen in Osnabrück und Bielefeld beantragten. Den Kreditnehmern wurde als Verdienstmöglichkeit 1.000,00 € versprochen, die sie von der für sich selbst beantragten Kreditsumme behalten durften. Die Angeklagten hatten ihnen gegenüber wahrheitswidrig behauptet, dass sie die Kreditraten übernehmen und die Kredite ablösen würden. Die Ostercappelerin fälschte die Gehaltsnachweise. Sämtliche Kredite wurden notleidend, so dass sich der Schaden der Bayerischen HypoVereinsbank AG auf 2.161.122,- €, der Dresdner Cetelem Kreditbank auf 431.000,- € und der Deutschen Bank AG auf 120.000,- € beläuft. Das Ehepaar hatte eingeräumt, dass ihr Schneeballsystem von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Sarkin S. hatte hingegen behauptet, dass sowohl die Kreditnehmer als auch die Bankangestellten von den Manipulationen gewusst hätten. Der Vorsitzende beschrieb die Geldvergabe der Banken als leicht und unkompliziert. Zu Gunsten der Angeklagten konnte nicht ausgeschlossen werden, dass den Bankmitarbeitern ab Juni 2006 der Betrug bekannt gewesen sein könnte, dass sie aber wegen ihrer Provisionen nichts gesagt hätten.

Quelle: Landgericht Osnabrück - PM 20/2013 vom 09.03.2013 von 20.02.2013
http://www.landgericht-osnabrueck.niedersachsen.de/ Externer Link
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