Anlegerschutz / Hessen /
Artikelnummer: 13030202
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OBERLANDESGERICHT FRANKFURT AM MAIN VERHANDELT KAPITALMUSTERVERFAHREN GEGEN DIE DEUTSCHE TELEKOM BETREFFEND DEN 2. BÖRSENGANG
In dem vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main verhandelten zweiten Verfahren nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) gegen die Deutsche Telekom u.a. wurde am Schluss der mündlichen Verhandlung Termin zur Verkündung einer Entscheidung bestimmt.
Dem Verfahren liegen die Klagen von rund 150 Anlegern zugrunde, die im 2. Börsengang der Deutsche Telekom (DT 2) Aktien im Wert von mehreren Millionen DM erworben haben. Die Aktie büßte nach der Emission erheblich an Wert ein, weshalb die klagenden Anleger Schadensersatz verlangen. Die klagenden Anleger fühlen sich getäuscht, weil ihrer Meinung nach die Angaben im Börsenprospekt nicht ausreichend waren. Nach dem Vorlagebeschluss soll im Musterverfahren insbesondere festgestellt werden, ob die Methode, mit der die Deutsche Telekom ihre Immobilien im Prospekt bewertete, fehlerhaft war. Vor dem Oberlandesgericht war bereits in den Jahren 2008 bis 2012 ein Kaptitalmusterverfahren gegen die Deutsche Telekom betreffend den 3. Börsengang verhandelt und durch Musterentscheid vom 16.5.2012 entschieden worden. Dieser Musterentscheid ist noch nicht rechtskräftig und wird derzeit vom Bundesgerichtshof überprüft. Hintergrundinformation: Das Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) ermöglicht es, aus einer Vielzahl gleich gelagerter Schadensersatzprozesse wegen falscher Börsenprospekte oder fehlerhafter Kapitalmarktinformationen auf Antrag ein Musterverfahren zu bestimmen, in dem durch die nächste Instanz - das Oberlandesgericht - die für alle Verfahren notwendigen Beweis- und Rechtsfragen einmal und für alle anderen Verfahren bindend beantwortet werden können. Im Musterverfahren stehen sich unmittelbar nur ein Musterkläger und der Musterbeklagte gegenüber. Alle anderen Kläger können grundsätzlich Beigeladene des Musterverfahrens werden und auf diese Weise auf den Musterprozess Einfluss nehmen. Wesentlich für das Musterverfahren ist der Vorlagebeschluss, den das Landgericht auf der Grundlage des Tatsachenvortrags aller Klageverfahren formuliert und an den das Oberlandesgericht gebunden ist. Die Entscheidung des Oberlandesgerichts ergeht durch Beschluss, den Musterentscheid, gegen den die Rechtsbeschwerde zum Bundesgerichtshof möglich ist.

Quelle: Oberlandesgericht Frankfurt am Main - PM vom 27.02.2013 von 27.02.2013
http://www.olg-frankfurt.justiz.hessen.de/ Externer Link
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