Medizinrecht / Niedersachsen / Strafrecht /
Artikelnummer: 13021016
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TOD DURCH ESSIGFLASCHE IM ALTENHEIM
Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat Anklage gegen eine 43 Jahre alte Altenpflegerin wegen fahrlässiger Tötung zum Amtsgericht Nordhorn erhoben. Nach der Anklage soll sie im Dezember 2011 in einem Altenheim in Wiethmarschen (Landkreis Grafschaft Bentheim) einer damals 79 Jahre alten Bewohnerin ein Glas mit einem hochkonzentrierten Essigsäuregemisch gereicht haben.
Die Ermittlungen der Polizei in Nordhorn und Lingen haben ergeben, dass die Essigsäure in dem Altenheim zur Reinigung von Warmhaltegeräten benutzt wurde. Es war streng verboten, die Essigsäure in den Küchen- und Ausgabebereich zu transportieren. Zudem war es verboten, Reinigungsmittel in Trinkwasserflaschen abzufüllen. Aufgrund einer kaum vorhersehbaren Verkettung unglücklicher Umstände kam dann aber doch die Flasche in den Wohnbereich. Da es an dem Abend Rollmöpse gab, wurde der Essiggeruch von den Pflegerinnen nicht bemerkt. Obwohl mit einem Farbstift auf der Flasche der Warnhinweis „Essig" vermerkt war, gab die angeschuldigte Altenpflegerin das Gemisch an drei Bewohner des Heims aus, die dadurch schwere Verätzungen im Halsbereich erlitten. Zwei Bewohner überlebten die Einnahme. Die 79 Jahre alte Frau verstarb letztlich wenige Tage später an einem durch die Verätzungen ausgelösten Multiorganversagen.

Quelle: Staatsanwaltschaft Osnabrück - PM vom 21.01.2013 von 17.01.2013
http://www.staatsanwaltschaft-osnabrueck.niedersachsen.de/ Externer Link
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