Handels- und Gesellschaftsrecht /
Artikelnummer: 12112416
Trennlinien
EU-KOMMISSION WILL 40 PROZENT FRAUEN IN AUFSICHTSRÄTEN BIS 2020
Die Europäische Kommission will die „gläserne Decke“ durchbrechen, die qualifizierten Frauen den Weg zu Top-Positionen noch immer versperrt und hat vorgeschlagen, dass in börsennotierten europäischen Unternehmen bis 2020 mindestens 40 Prozent der nicht geschäftsführenden Direktoren bzw. Aufsichtsratsmitglieder weiblich sein sollen.
In Deutschland sind 15,6 Prozent der Aufsichtsratsposten der 30 DAX-Unternehmen mit Frauen besetzt. Europaweit liegt der Frauenanteil in der Leitung der größten börsennotierten Unternehmen bei etwa 14 Prozent. In Europas Spitzenunternehmen ist von sieben Top-Positionen in der Unternehmensleitung gerade mal eine Position mit einer Frau besetzt (13,7 Prozent). Dies ist nur eine leichte Verbesserung gegenüber dem Frauenanteil von 11,8 Prozent im Jahr 2010. Bei diesem Tempo würde es etwa 40 Jahre dauern, bis eine ausgewogene Vertretung von Frauen und Männern in den Leitungsorganen der Unternehmen überhaupt in greifbare Nähe rückt. Um die Entwicklung zu beschleunigen, schlägt die Kommission jetzt eine Richtlinie vor. Die Pläne sehen vor, dass bei gleicher Qualifikation Mitglieder des unterrepräsentierten Geschlechts - in der Regel Frauen - den Job im Aufsichtsrat bekommen. Die Vorgabe soll für Firmen gelten, in denen Frauen oder Männer weniger als 40 Prozent der Posten im Aufsichtsrat haben. Kleine und mittlere Unternehmen (mit weniger als 250 Beschäftigten und einem weltweiten Jahresumsatz bis 50 Millionen Euro) sowie nicht börsennotierte Gesellschaften sind von dieser Regelung ausgenommen. Private börsennotierte Unternehmen müssen die Zielvorgabe bis zum Jahr 2020 umsetzen, öffentliche börsennotierte Unternehmen schon zwei Jahre früher, d. h. 2018. Die Richtlinie wird für etwa 5000 börsennotierte Unternehmen in der Europäischen Union gelten. Mit dem Vorschlag folgt die Kommission der Aufforderung des Europäischen Parlaments, das wiederholt eine Gleichstellungsregelung für Frauen und Männer in wirtschaftlichen Führungspositionen gefordert hatte.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland - PM vom 14.11.2012 von 14.11.2012
http://ec.europa.eu/deutschland/ Externer Link
ArtikelübersichtFacebookNach oben