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Artikelnummer: 12110446
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INTERNATIONALE OPERATION IM KAMPF GEGEN DEN HANDEL MIT ILLEGALEN ARZNEIMITTELN IM INTERNET
Illegal über das Internet vertriebene Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel stellen ein hohes Risiko für die Gesundheit dar! Aus diesem Grund sind 100 Staaten unter der Koordination von INTERPOL und der Weltzollorganisation (WZO) in diesem Jahr gemeinsam im Rahmen der Operation PANGEA V gegen den Handel mit illegalen und gesundheitlich bedenklichen Arzneimitteln im Internet vorgegangen. Ziel war es, das Angebot illegaler Produkte zu unterbinden und insbesondere das Bewusstsein der Bevölkerung für die mit dem Arzneimittelkauf im Internet verbundenen möglichen Gesundheitsgefahren zu schärfen.
Koordiniert wurde die Teilnahme der deutschen Strafverfolgungsbehörden durch das Zollkriminalamt (ZKA) und das Bundeskriminalamt (BKA). Die überwiegend ausländischen Versender von illegalen oder gefälschten Arzneimitteln nutzen Post- und Kurierdienste, um ihre vermeintlich heilsamen Sendungen dem Verbraucher zuzustellen. Daher kontrolliert der deutsche Zoll diese Warenbewegungen und kann vielfach die Auslandssendungen nicht zuletzt zum Schutz der Verbraucher „filtern“. Im Rahmen der Operation PANGEA V legten die beteiligten Zollstellen unter der Leitung des ZKA ihr Augenmerk in Folge dessen auf Briefe, Pakete und Päckchen mit Arzneimitteln jeglicher Form. Dabei zogen sie in nur einer Woche insgesamt 530 ausländische Brief- und Paketsendungen mit rund 68.000 Tabletten, Kapseln und Ampullen aus dem Verkehr, darunter 2.100 Ampullen mit Wachstumshormonen, die häufig zu Dopingzwecken eingesetzt werden. Daneben stellten die Zollbeamten unter anderem aber auch Potenzmittel, Verhütungs- und Schlankheitsmittel sowie klassische Schmerzmittel und Antidepressiva sicher. Die meisten Verbraucher scheinen sich der gesundheitlichen Risiken, die günstige Online-Medikamente aus dem Ausland mit sich bringen können, nicht bewusst zu sein. Ebenso wenig scheinen sie sich der Tatsache bewusst, dass jeglicher Import von in Deutschland nicht zugelassenen Medikamenten durch Privatpersonen eine Ordnungswidrigkeit darstellt, die – unabhängig von sonstigen strafrechtlichen Konsequenzen – mit einer Geldbuße geahndet werden kann. Daneben läuft der Verbraucher auf Anbieterseiten illegaler Arzneimittel im Internet zusätzlich Gefahr, seinen Rechner mit Schadsoftware zu infizieren und seine persönlichen Daten oder Zahlungsdaten Straftätern zur missbräuchlichen Nutzung zu überlassen. Die Polizei in Deutschland führte im Jahr 2012 bereits in 284 Fällen Ermittlungen gegen meist international organisierte Arzneimittelanbieter, die über ihre Webseiten in Deutschland nicht zugelassene sowie gesundheitlich bedenkliche Arzneimittel vertreiben. Im Angebot der illegalen Händler befindet sich ein breites Arzneimittelspektrum, insbesondere leistungssteigernde und muskelaufbauende sowie so genannte Lifestyle-Arzneimittel, u. a. zur Behandlung erektiler Dysfunktion, Haarwuchsmittel, Mittel zur Gewichtsreduktion und Appetitzügler.

Quelle: Bundeskriminalamt - PM vom 04.10.2012 von 04.10.2012
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