Bayern / Handels- und Gesellschaftsrecht / Strafrecht /
Artikelnummer: 12100716
Trennlinien
STRAFVERFAHREN GEGEN SABINE D. WEGEN BESTECHUNG IM GESCHÄFTLICHEN VERKEHR U.A. (MAN KOMPLEX)
In dem Strafverfahren gegen die Angeklagte Sabine D. (48) wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr vor dem Landgericht München I haben die Richter nach Beratung aller Umstände auf der Grundlage der bisher durchgeführten Beweisaufnahme den Verfahrensbeteiligten folgendes Verfahrensergebnis zusagt: Bei Einräumung des Sachverhalts der Anklage in objektiver und subjektiver Hinsicht wird im Falle einer Verurteilung gegen die Angeklagte eine Freiheitsstrafe von 8 Monaten bis 11 Monaten verhängt, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt werden kann.
Die Angeklagte hat durch ihre Verteidigerin eine Erklärung abgegeben und den Tatvorwurf eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft hat beantragt, die Angeklagte wegen mittäterschaftlicher Bestechung im geschäftlichen Verkehr im besonders schweren Fall zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten zu verurteilen, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Die Verteidigerin hat nach Ausführungen zur Sache beantragt, die Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe im unteren Bereich zu verurteilen. Nach Beratung hat das Landgericht die Angeklagte wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten verurteilt. Die Vollstreckung der Freiheitsstrafe wurde für die Dauer von 3 Jahren zur Bewährung ausgesetzt, der Angeklagten wurde auferlegt, einen Betrag in Höhe von 60.000.- Euro binnen eines Jahres an verschiedene gemeinnützige Einrichtungen zu bezahlen. Zur Begründung haben die Richter im Wesentlichen auf das vollumfängliche Geständnis der Angeklagten, gestützt durch das Ergebnis der bisherigen Beweisaufnahme, Bezug genommen. Bei der Strafzumessung hat das Landgericht vor allem das glaubwürdige sowie von Schuldeinsicht getragene Geständnis, den Umstand, dass die Angeklagte nicht vorbelastet ist und bereits Rückzahlungen in Höhe von ca. 400.000.- Euro geleistet hat, berücksichtigt. Demgegenüber sei die Vorbildfunktion und die besondere Verantwortung der Angeklagten innerhalb des Betriebs sowie die erhebliche Höhe der in bar ausgezahlten Bestechungsgelder zu sehen.

Quelle: Oberlandesgericht München - PM vom 27.09.2012 von 27.09.2012
http://www.justiz.bayern.de/gericht/olg/m/ Externer Link
ArtikelübersichtFacebookNach oben