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Artikelnummer: 12091637
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CYBERKRIMINALITÄT: SCHLAG GEGEN INTERNATIONAL AGIERENDE RUMÄNISCHE PHISHING-ORGANISATION
Nach langwierigen Ermittlungen rumänischer und deutscher Ermittlungsbehörden wurden am 4. Juli 2012 in Rumänien und Baden-Württemberg rund 30 Wohnungen durchsucht. Die Aktion richtete sich gegen 27 mutmaßliche Mitglieder einer international agierenden Bande von Cyberkriminellen.
Die Verdächtigen im Alter von 22 bis 40 Jahren sollen seit mehreren Jahren mit Phishing-Attacken Zugangsdaten beim Online-Banking ausgespäht und so Gelder von den ausspionierten Bankkonten auf eigene Konten abgezweigt haben. Hierzu hatten sie bei der „Poste Italiane“ Konten eingerichtet. Mit den von diesem Geldinstitut legal ausgestellten Debit-Karten hoben sie anschließend das erbeutete Geld vor allem in Rumänien, Großbritannien und Deutschland wieder ab, um es schließlich in Rumänien in den Zahlungsverkehr zu bringen. Die rumänischen Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass der von den Verdächtigen angerichtete Schaden bei mindestens einer Million Euro liegt. Auch beim mutmaßlichen Programmierer des Trojaners, mit dem die fremden Konten geplündert wurden, wurde von LKA-Spezialisten durchsucht. Es handelt sich um einen im Landreis Reutlingen wohnhaften 31-jährigen Rumänen. Dieser soll außerdem mit Debit-Karten Teile des erbeuteten Geldes abgehoben haben. Bei den Durchsuchungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft in Suceava/Rumänien und der Staatsanwaltschaft Tübingen wurden umfangreiche Beweismittel wie Notebooks, PC, Mobiltelefone, Debit-Karten, zahlreiche externe Festplatten und weitere elektronische Speichermedien wie USB-Sticks und CDs, Skimming-Geräte, fünf PKW und rund 30.000 Euro Bargeld sichergestellt. Die rumänisch-deutsche Durchsuchungsaktion wurde von der Verbindungsbeamtin des BKA in Bukarest koordiniert. Voraus gegangen waren umfangreiche Ermittlungen, die zwischen den hiesigen und den rumänischen Strafverfolgungsbehörden eng abgestimmt waren. Bereits Ende 2010 hatten sich ein Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Tübingen und Ermittler des LKA BW zu einem mehrtägigen Informations- und Erkenntnisaustausch in Bukarest aufgehalten. Der Einsatz ist erneuter Beleg für eine erfolgreiche internationale Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden gegen die Cyberkriminalität.

Quelle: Landeskriminalamt Baden-Württemberg - PM vom 11.07.2012 von 11.07.2012
http://www.lka-bw.de/ Externer Link
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