Rheinland-Pfalz / Strafrecht /
Artikelnummer: 12090836
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BEKÄMPFUNG DER RAUSCHGIFTKRIMINALITÄT, ZWEI INDOOR-PLANTAGEN ZUR AUFZUCHT V. CANNABISPLANZEN SOWIE BETÄUBUNGSMITTEL BESCHLAGNAHMT
Die Staatsanwaltschaft Koblenz führt seit dem Frühjahr 2012 ein Ermittlungsverfahren, das sich zwischenzeitlich gegen neun männliche und eine weibliche Beschuldigte richtet. Acht der Tatverdächtigen sind deutsche Staatsangehörige aus Rheinland-Pfalz und Hessen, zwei sind niederländische Staatsangehörige.
Sechs deutschen und den beiden niederländischen Staatsangehörigen wird bandenmäßiges Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge angelastet. Gegen sechs dieser Tatverdächtigen besteht der Verdacht, zwei Indoor-Plantagen im Rhein-Lahn-Kreis und im Rheingau-Taunus-Kreis betrieben zu haben. Einer dieser Tatverdächtigen ist darüber hinaus verdächtig, mit zwei weiteren Beschuldigten eine weitere Plantage betrieben zu haben, die sich ebenfalls im Rhein-Lahn-Kreis befunden hat. Nachdem den Polizeibehörden erste Hinweise auf eine Indooranlage zugegangen waren, konnten durch intensive Ermittlungen der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift der Zoll- und Polizeibehörden bei dem Landeskriminalamt Rheinland- Pfalz die beiden weiteren Plantagen festgestellt werden. Bei den Beschuldigten wurde in neun Objekten durchsucht. Bei den Durchsuchungen wurden insgesamt etwa 10 Kilogramm Marihuana, etwa 1 Kilogramm Amfetamin und knapp 1.600 erntereife Marihuanapflanzen, eine Jungpflanzen- und Mutterpflanzenaufzuchtstation sowie drei erlaubnisfreie Schusswaffen und eine erlaubnispflichtige Minipistole sowie das Equipment zum Betreiben der Anlagen sichergestellt. Die insgesamt angefallenen Erkenntnisse begründen dringende Gründe für die Annahme, dass es bereits in der Vergangenheit mehrmals zum Abernten der Pflanzen gekommen ist. Anlässlich der Durchsuchungsaktion wurden sechs vor der Durchsuchung von dem Amtsgericht Koblenz erlassene Haftbefehle vollstreckt. Da sich gegen zwei weitere Verdächtige ebenfalls der dringende Verdacht des bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge ergeben hatte, wurden sie vorläufig festgenommen. Die Haftrichterin bei dem Amtsgericht Koblenz ordnete auch gegen diese beiden Tatverdächtigen die Untersuchungshaft an. Zwei weitere Beschuldigte, bei denen geringe Mengen Marihuana sichergestellt worden waren, wurden ebenfalls vorläufig festgenommen, weil sie in Verdacht standen, den übrigen Tatverdächtigen Hilfsdienste bei dem Vertrieb der Betäubungsmittel geleistet zu haben. Nach ihrer Vorführung bei der Haftrichterin des Amtsgerichts Koblenz wurden beide auf freien Fuß gesetzt, weil sich diese Verdachtmomente nicht tragfähig erhärten ließen. Die übrigen Tatverdächtigen befinden sich in Untersuchungshaft in rheinland- pfälzischen Justizvollzugsanstalten. Drei der Tatverdächtigen haben geständige bzw. teilgeständige Einlassungen abgegeben. Ein Tatverdächtiger hat die Tatbegehung bestritten. Die übrigen Tatverdächtigen haben von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Straftaten des bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sind mit Freiheitsstrafe zwischen fünf und fünfzehn Jahren bedroht.

Quelle: Staatsanwaltschaft Koblenz - PM vom 17.08.2012 von 15.08.2012
http://www.mjv.rlp.de/Staatsanwaltschaften/StA-Koblenz/ Externer Link
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