Sachsen / Strafrecht /
Artikelnummer: 12090832
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ÜBERFÄLLE AUF WANDERER IN DER SÄCHSISCHEN SCHWEIZ: LANDGERICHT VERURTEILT TÄTER ZU MEHRJÄHRIGEN GEFÄNGNISSTRAFEN
Zwei Angeklagte wurden vom Landgericht Dresden zu mehrjährigen Haftstrafen wegen schweren Raubes verurteilt. Der 30-jährige Haupttäter, der an 2 Überfällen auf Wanderer bei Hinterhermsdorf am 12. und 13. August 2011 und einem Überfall auf eine Bäckerei in Sebnitz am 4.1.2012 beteiligt war, erhielt eine Gesamtfreiheitsstrafe von 7 Jahren. Der 21-jährige weiter Täter, der nur an dem Überfall auf die Bäckerei beteiligt war, erhielt eine Freiheitsstrafe von 3 Jahren. Beide Angeklagten waren geständig und nahmen das Urteil an.
Der 30-järige erheblich vorbestrafte Tscheche hatte gemeinsam mit weiteren Tätern, gegen die die Ermittlungen noch laufen, am 12.8.2011 mit einer Machete zwei etwa 60-jährige Wanderer aus Halle auf einer Wanderung bei Hinterhermsdorf bedroht und etwa 250 Euro Bargeld erbeutet. Bei dem zweiten Überfall einen Tag später, den er ebenfalls nicht alleine begangen hat, hat er eine Frau aus Hinterhermsdorf, die mit ihrer Freundin nach einer Veranstaltung noch zum Fotografieren gegangen war, mit einem größeren Küchenmesser bedroht und ihr die wertvolle Kamera entrissen. Dabei erlitt die Frau Verletzungen an der Schulter und leidet noch heute psychisch unter den Folgen der Tat, wie bei ihrer Vernehmung durch das Gericht deutlich wurde. Bei dem Überfall auf die Bäckerei war zunächst auch nur der 30-jährige Haupttäter beteiligt. Der 21-jährige Tscheche, Bruder der Freundin des Haupttäters, hatte vor der Bäckerei gewartet und war zunächst ahnungslos. Als er bemerkte, dass sein Begleiter nicht wieder kam, folgte er ihm in die Bäckerei, wo er sogleich erkannte, dass dieser die Verkäuferin mit einem Messer bedrohte. Dennoch verblieb er im Geschäft und griff nach der Aufforderung des Haupttäters in eine Schublade unter der Kasse, wo er allerdings kein Geld vorfand. Die Beute die der Haupttäter aus der Kasse entnommen hatte, betrug bei dieser Tat etwa 60 Euro. Das Gericht wertete die Taten jeweils als schweren Raub bzw. schwere räuberische Erpressung mit einem gesetzlichen Strafrahmen von 5 bis 15 Jahren und verhängte gegen den Haupttäter drei Einzelstrafen von 5 Jahren und 4 Monaten und zweimal 5 Jahren und 10 Monaten. Hieraus bildete es die Gesamtstrafe von 7 Jahren. Bei dem jüngeren Angeklagten ging das Gericht im Hinblick auf die besonderen Tatumstände von einem minder schweren Fall aus, für den die Mindeststrafe statt 5 Jahren nur 1 Jahr beträgt. Es verhängte gegen ihn 3 Jahre Freiheitsstrafe. Dabei berücksichtigte das Gericht, dass beide Angeklagten in vollem Umfang geständig waren, sich in einer wirtschaftlich schwierigen Lage befanden und die Beute jeweils gering gewesen ist. Allerdings seien vor allem die psychischen Folgen für die Opfer erheblich, von denen insbesondere zwei bis heute erheblich unter der Tat litten. Die Taten hätten auch erheblichen Schrecken in der Sächsischen Schweiz verbreitet, was bei der Strafzumessung eine Rolle spielen müsse.

Quelle: Landgericht Dresden - PM 8/12 vom 07.08.2012 von 07.08.2012
http://www.justiz.sachsen.de/lgdd/ Externer Link
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