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Artikelnummer: 12082632
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AUTOMATISCHE GESICHTSERKENNUNG: VERFAHREN GEGEN FACEBOOK WIEDER AUFGENOMMEN
Anfang Juni hatte der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit den Erlass einer Anordnung gegen Facebook zurückgestellt. Hintergrund dafür war eine Mitteilung von Facebook, dass die Verhandlungen mit der irischen Datenschutzbehörde zur automatischen Gesichtserkennung kurz vor einer rechtlich tragfähigen Einigung stünden. Auf Nachfrage des Datenschutzbeauftragten kündigte Facebook nun an, vorerst auf die Erstellung weiterer Gesichtsmodelle von neuen Nutzern zu verzichten. Weitergehende Verpflichtungen lehnt Facebook allerdings ab. Damit ist und bleibt die bestehende Datenbank biometrischer Muster, die ohne Einwilligung der Betroffenen angelegt wurde, rechtswidrig.
Mit dem Aussetzen des Verfahrens im Juni verband der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit die Hoffnung, dass Facebook den datenschutzrechtlichen Forderungen nun doch noch auf dem Verhandlungswege nachkommen würde. Diese Hoffnung hat sich nur zum Teil erfüllt. Das Risiko- und Missbrauchspotential, das von einer Biometrie-Datenbank ausgeht, die millionenfach Gesichtsabdrücke Betroffener enthält, ist immens. Eine Wiederaufnahme des unterbrochenen Verfahrens mit dem Ziel, auch eine tragfähige Lösung für die ohne Einwilligung erstellten biometrischen Erkennungsmuster durchzusetzen, ist daher unumgänglich. Als Mindestvoraussetzung kommt nur eine Einwilligungslösung für bereits biometrisch erfasste Nutzer in Betracht, anderenfalls sind die Daten zu löschen.

Quelle: Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit - PM vom 15.08.2012 von 15.08.2012
http://www.datenschutz-hamburg.de Externer Link
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