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Artikelnummer: 12072944
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FACEBOOK ÜBERWACHT HEIMLICH CHATS UND NACHRICHTEN
Presseberichten zufolge setzt Facebook eine Software gegenüber den eigenen Mitgliedern ein, die in Facebook-Chats und -Nachrichten nach Anhaltspunkten für mögliche Sexualstraftaten sucht. Neben verdächtigen Formulierungen werden dazu bestimmte Aspekte in der Beziehung der beteiligten Facebook-Mitglieder (z.B. das unterschiedliche Alter der Kommunikationspartner) herangezogen. Über diese Überwachung ihrer Kommunikation unterrichtet Facebook seine Mitglieder nicht. Darüber informiert der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz.
So, wie sich die Situation darstelle, seien grundsätzlich alle Facebook-Mitglieder in diese Überwachung einbezogen. Facebook, so der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz, unterliege in diesem Zusammenhang dem Telekommunikationsgeheimnis, das dem Diensteerbringer untersage, sich Kenntnis vom Inhalt der Telekommunikation zu verschaffen (soweit dies nicht der Diensteerbringung selbst dient). Facebook informiere seine Mitglieder über seine entsprechenden Aktivitäten nicht und hole noch weniger ihr Einverständnis für eine solche Auswertung ihrer Kommunikation ein. Völlig unklar sei auch, ob und wie lange solche ja lediglich vagen Verdachtsfälle gespeichert blieben und an wen die Daten weitergegeben würden. Facebook dürfe sich nicht die Befugnisse anmaßen, die allein den Strafverfolgungsbehörden zustehen und sich selbst zum Hilfssheriff ernennen. Zudem müsse auf jeden Fall vermieden werden, dass Nutzer ungerechtfertigt verdächtigt werden. Fälle wie der des Sozialarbeiters, der fälschlicherweise in Verdacht geriet, weil er auffällig viele minderjährige Facebook-Freunde - die von ihm betreuten Jugendlichen - hatte, belegen, welche Gefahren hier bestehen.

Quelle: Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz - PM vom 19.07.2012 von 19.07.2012
http://www.datenschutz.rlp.de Externer Link
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